Mönchengladbach: Rheydt verliert Frequenzbringer

Nackenschlag: C­&A schließt im Januar 2019 das Geschäft an der Dahlener Straße in Rheydt

Das Bekleidungshaus C&A ist in Rheydt ein sogenannter Frequenzbringer, weil es Kunden gezielt in den Stadtteil lockt. Die Geschichte des Unternehmens endet im Januar 2019: C&A schließt die Filiale für immer. Das ist ein Nackenschlag für Rheydt, so das örtliche Citymanagement. Grund für die Schließung: Der Mietvertrag wurde vom Eigentümer gekündigt, sagt C&A.

Das Textilunternehmen C&A verlässt Rheydt und schließt sein Geschäft an der Dahlener Straße 2 im Januar 2019. Dies teilte Thorsten Rolfes, Sprecher von C&A Deutschland, unserer Redaktion auf Anfrage mit. Er betont, dass es kein vom Unternehmen forcierter Rückzug sei: Der Eigentümer des Gebäudes habe den Mietvertrag gekündigt. Betroffen sind 16 Mitarbeiter. Mit ihnen, so Rolfes, werden sozialverträgliche Lösungen entwickelt. C&A nutzt am Marienplatz eine Verkaufsfläche von 2200 Quadratmetern im Unter- und im Erdgeschoss des Gebäudes. Nicht betroffen ist von der Schließung die große C&A-Filiale an der Hindenburgstraße in Alt-Gladbach.

„Das ist ein Nackenschlag für den Stadtteil“, sagt der Vorsitzende des Rheydter Citymanagements, Christoph Hartleb. C&A sei eines der wenigen Textilgeschäfte in Rheydt, das in einem mittelpreisigen Segment Kleidung für Kinder, Frauen und Männer anbiete. Hartleb hofft, dass zügig ein Nachfolgeunternehmen in das Gebäude zieht. „Es wäre fatal, wenn wir in diesem Bereich einen großen Leerstand bekämen. Hier halten zahlreiche Busse, und entsprechend viele Menschen bewegen sich hier. Wenn das Gebäude leer steht, ist das keine gute Visitenkarte“, sagt er. Er wisse nicht, was den Vermieter zur Kündigung des Mietverhältnisses bewogen habe.

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Auch Ulrich Schückhaus, Chef der Gladbacher Wirtschaftsförderung, wundert sich darüber. „Ich kenne die Beweggründe nicht. Aber in der heutigen Zeit ist das eher problematisch, wenn man keine Nachnutzung hat“, sagt er. Schückhaus rät den Vermietern von Gewerbeimmobilien, in denen Geschäfte untergebracht sind, zu mehr Flexibilität: „Das ist keine gute Nachricht. Ein wichtiger Frequenzbringer fällt weg.“ Planungsdezernent Gregor Bonin hatte zwar erst unlängst verkündet, dass sich in Rheydt viel bewegt und auf die Pläne für den Rathausneubau, das Empfangsgebäude am Hauptbahnhof und für das Studentenwohnheim verwiesen. Aber: Bis diese Projekte umgesetzt sind und sich positiv auf die Geschäftsstruktur in der Rheydter City auswirken können, werden noch Jahre vergehen.

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