Mönchengladbach: Rettungsdiensttag für Jugend von Feuerwehr und DRK

Gemeinsame Übung : Retten will gelernt sein – der Nachwuchs trainiert

Die Jugend der Freiwilligen Feuerwehr Neuwerk und des Deutschen Roten Kreuzes übte gemeinsam mit realistisch nachgestellten Einsätzen für den Ernstfall. Ein Szenario: Nach einem Autounfall ist ein Verletzter aus dem Wagen zu bergen.

Wie hole ich eine eingeklemmte Person aus einem Auto? Was tun, wenn bei einem Unfall eine gefährliche Flüssigkeit ausläuft? Und wie muss ich vorgehen, um Menschen aus einem brennenden Gebäude zu retten? Diesen Fragen stellten sich Nachwuchssanitäter und Jugendfeuerwehrleute am 24-stündigen Rettungsdiensttag. Veranstalter waren die Freiwillige Feuerwehr Neuwerk, das Jugendrotkreuz und das Deutsche Rote Kreuz Mönchengladbach. Es wurden verschiedene Einsatzsituationen inszeniert, bei denen die Nachwuchskräfte lernten, wie die erwachsenen Profis zu handeln.

Ein Szenario: Bei einem Autounfall werden zwei Personen verletzt und befinden sich noch in dem Wagen. Außerdem ist eine Flüssigkeit ausgetreten. Wie im Ernstfall fahren Feuerwehr und Krankenwagen mit Blaulicht und Martinshorn zum Unfallort. Die Frage für die jungen Rettungskräfte: Handelt es sich um eine gefährliche Flüssigkeit? Wie ist weiter vorzugehen, um die verletzten Personen zu bergen, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben? Zunächst schaut sich der Einsatzleiter der Feuerwehr die Situation genauer an und gibt seine Einschätzung an den Gruppenführer weiter. Dieser informiert die Einsatzkräfte, was weiter zu tun ist. Da es sich um eine gefährliche Flüssigkeit handelt, ist Vorsicht geboten: Nur mit Schutzanzügen und Atemmasken können die Personen aus dem Auto geborgen werden und müssen mit Wasser abgespritzt werden, bevor der Rettungsdienst schließlich übernimmt.

Der Einsatz verlaufe sehr realitätsnah, betont René Hartmann, Kreisbeauftragter des Katastrophenschutzes: „Es ist in einer solchen Situation auch im Ernstfall sehr wichtig, zuerst die Situation richtig einzuschätzen und zu überprüfen, um welche Flüssigkeit es sich handelt. Das kann ein bisschen dauern, es ist aber notwendig um die Sicherheit der Einsatzkräfte zu gewährleisten.“ Auch die Jugendlichen, die die verletzten Personen darstellen, seien extra geschult worden, um ihren Teil möglichst realistisch zu spielen, erklärt er: „Sie bekommen ein Training und lernen, welche Symptome sie bei speziellen Verletzungen simulieren sollen. Sie können das so realistisch nachstellen, dass es selbst für uns Erwachsene manchmal schwierig ist es noch von der Realität zu unterscheiden.“

Die Einsatzkräfte sind zwischen 10 und 18 Jahre alt und machen ihre ersten praktischen Erfahrungen in den Übungseinsätzen. Linus (14) ist einer der Jugendfeuerwehrleute. Er empfand die Erfahrung als realistisch: „Man hat auf jeden Fall die Spannung gespürt. Es ist super, einen Einblick in das echte Leben eines Feuerwehrmannes zu bekommen.“ Auch die 14-jährige Lilien war an dem Einsatz als Rettungssanitäterin beteiligt: „Es war echt stressig und hat sich sehr echt angefühlt. Ich glaube so eine Übung ist wirklich gut, um sich auf den Ernstfall vorzubereiten.“

Hartmann betont, wie wichtig die Zusammenarbeit von Feuerwehr und dem Deutschen Roten Kreuz sei. Der Nachwuchs aus beiden Bereichen müsse auch die Arbeit der anderen kennenlernen: „Die Rettungssanitäter müssen zum Beispiel später einschätzen können, wann sie auf die Feuerwehr warten müssen, weil eine Situation gefährlich ist. Sie müssen lernen, Geduld zu haben, auch wenn sie am liebsten direkt losrennen würden, um Personen zu retten.“