Mönchengladbach: Rechtspopulist spricht stundenlang in der City

Mitten in der Mönchengladbacher City : Polizei im Dauereinsatz wegen Kundgebung von Rechtspopulisten

Ein bekannter Pegida- und Pax-Europa-Aktivist sprach am Minto mehr als sieben Stunden mit Passanten über den Koran. Einige Male wurde es brenzlig.

Er war gekommen, um über die angeblichen „Gefahren des politischen Islam“ aufzuklären. Michael Stürzenberger, Mitglied der Bürgerbewegung Pax Europa und Pegida-Aktivist, hatte am Freitag einen siebenstündigen Auftritt mitten in der Stadt. Neben dem Minto waren Plakate aufgestellt mit Aufschriften wie „Der Koran begeisterte Moslems zu blutigen Kriegen“ und „Der Islam schafft einen Zustand permanenter Feindschaft zwischen Moslems und Ungläubigen“. Die AfD verteilte Flugblätter mit dem Titel „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Und der Verein „Mönchengladbach steht auf“ vom parteilosen Ratsherrn Dominik Roeseler filmte die komplette Veranstaltung und stellte die Bilder live ins Netz.

Für genügend Provokationen in einer Stadt, in der viele Muslime wohnen, war gesorgt. Der frühere Journalist Michael Stürzenberger lieferte weitere hinzu. Er sprach über die „Unterdrückung der Frau“ und über die „Verherrlichung von Gewalt und Mord zur weltweiten Durchsetzung des Islam“ und zitierte dabei Kapitel aus dem Koran. Die Diskussionen vor seinem Kundgebungsplatz waren teilweise extrem emotional. Die meisten im Publikum waren Muslime. Zweimal wurde es brenzlig. Es kam zu kleinen Tumulten, aber die Polizei schritt rechtzeitig ein. Eine Strafanzeige wurde wegen Beleidigung gestellt. Eine Frau hatte Stürzenberger „Hurensohn“ genannt.

Es gab aber auch ruhige Kommentare. Ein Passant sagte: „Ich bin Lehrer einer Grundschule mit multikulturellen Klassen. Wir akzeptieren einander. Ich bin stolz auf die Toleranz, für die auch unser Land steht.“  Die Polizei war mit Kräften der Einsatzhundertschaft vor Ort. Denn Rangeleien und Übergriffe sind bei Stürzenbergers Auftritten keine Seltenheit. In Gelsenkirchen war ihm eine halbvolle Flasche an den Kopf geworfen worden. Anders als in anderen Städten gab es in Mönchengladbach keine Gegendemo.