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Mönchengladbach: Rappend und kochend Lebensmittel retten bei "Clean ist cool!"

Umweltprojekt in Mönchengladbach : Rappend und kochend Lebensmittel retten

Am Kreativwettbewerb des Umweltprojekts „Clean ist cool!“ nahmen zehn Klassen aus sechs Schulen teil. Sie reichten Filme, Theaterstücke, Musik und mehr ein. Der erste Preis geht nach Rheindahlen.

Ein paar Brötchen zu viel gekauft, das Obst doch nicht gegessen – und schon landen Lebensmittel im Müll. Etwa 75 Kilogramm wirft jeder Bürger in Deutschland im Schnitt jährlich weg. Eine enorme Menge.  Das war auch der Leitfaden für „Clean ist cool!“ in diesem Jahr mit dem Motto  „Ohne Not zu viel Brot – Nichts verschwenden, alles verwenden“. Und am Ende fiel es der Jury nicht leicht, beim Kreativwettbewerb aus den vielen tollen Beiträgen die Sieger zu küren.

Das gemeinsame Umweltprojekt der Initiative „Clean up MG“, der Stadtsparkasse, der Rheinischen Post und der Mönchengladbacher Abfall-, Grün- und Straßenbetriebe (Mags) richtet sich an örtliche Schulen. Es will Fünft- bis Zehntklässlern die Bedeutung einer sauberen Stadt und Umwelt deutlich machen und sie zu Eigenverantwortung motivieren. In einem Kreativwettbewerb können die Klassen ihre Projektbeiträge einreichen.

Dieses Mal waren es 17 Beiträge von zehn Klassen aus sechs Schulen. Filme, Fotos, Kochbücher, Theaterstücke, Musik – alles war dabei. Und das unter erschwerten Produktionsbedingungen, denn wegen der Pandemie war die sonst übliche Gruppenarbeit nur digital oder in kleinen Grüppchen möglich. Umso bemerkenswerter war für die Jury-Mitglieder, wie viel Engagement die Schülerinnen und Schüler in ihre Projekte steckten. „Ich bin ganz stolz und sehr erfreut, dass es in dieser schwierigen Pandemiezeit gelungen ist, so viele engagierte Schüler und Lehrkräfte für so ein dringendes Thema zu gewinnen“, betont Eugen Viehof, der Vorsitzende des Vereins Clean-up MG.

 Eine Zeile aus dem Rap-Song der Schüler aus Rheindahlen.
Eine Zeile aus dem Rap-Song der Schüler aus Rheindahlen. Foto: Screenshot Denisa Richters
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Den ersten Platz machte die 7a des Gymnasiums Rheindahlen und bekommt damit 400 Euro in die Klassenkasse. Sie reichte gleich zwei kreative Projekte ein: ein Lied aus Sprechgesang und ein Theaterstück. Insbesondere das Rappen war dabei eine Herausforderung, betont ihre Lehrerin Marion Schlütter. Denn die Botschaft – nämlich kein Essen zu verschwenden – musste in Reimform und Rhythmus gebracht werden, was angesichts der verordneten Distanz guter Absprache bedurfte. Und vortragen konnte den Text nur eine einzelne Schülerin, da das Singen in der Gruppe wegen Corona verboten war. Doch das Ergebnis ist gelungen.

Ebenso das Theaterstück, in dem sich ein Kind mit seinem Pausenbrot unterhält, es wegwerfen will, weil es alt ist. „Da macht das Brot darauf aufmerksam, dass pro Tag rund 35.500 Tonnen Lebensmittel unnötig im Müll verschwinden und dies hochgerechnet auf ein Jahr circa 13 Millionen Tonnen Müll sind“, so Schlütter.  Der Schüler gibt diese Erkenntnis weiter, an die Mutter, an die Oma. 

 Die Titelseite des Restekochbuchs der 7b der GHS Heinrich Lersch
Die Titelseite des Restekochbuchs der 7b der GHS Heinrich Lersch Foto: GHS Heinrich-Lersch

Über 300 Euro Preisgeld für den zweiten Platz kann sich die 7b der GHS Heinrich Lersch freuen. Sie entwickelte ein Restekochbuch, das mit witzigen eigenen Illustrationen und handschriftlichen Rezepten gefüllt ist. Es zeigt, wie sich Schmackhaftes aus Lebensmittelresten zubereiten lässt.

Gleich sieben Beiträge hatte die 6c des Gymnasiums an der Gartenstraße eingereicht. Davon machte das „Team Chaos“ schließlich das Rennen um Platz 3. Es produzierte einen Film mit Tiefgang, der das Ergebnis der Recherchen zu Verschwendung von Lebensmitteln, den Gründen und möglichen Lösungen darstellt. Die Schüler machten deutlich, warum diese Verschwendung problematisch für die Umwelt ist und stellten positive Projekte vor. Dafür gab’s 200 Euro Preisgeld und weitere 100 Euro obendrauf für das bemerkenswert hohe Engagement dieser Klasse.

Auf Platz 4 kamen zwei Projekte, jeweils dotiert mit 100 Euro: Die Oberstufe 2 der Förderschule Dahlener Straße hat Brotrezepte aus unterschiedlichen Ländern – türkische Fladenbrote, indische Naanbrote, französische Baguettes – gesammelt und daran deutlich gemacht, wie aufwendig es ist, gutes Brot herzustellen, dass man es wertschätzen und nicht leichtfertig wegwerfen sollte. Das Franz-Meyers-Gymnasium reichte ein Restekochbuch ein. Zudem dokumentierten die Schüler über drei Wochen, welche Lebensmittel sie weggeworfen haben und wie sich das vermeiden ließe.

Ein Sonderpreis von 300 Euro ging an die BPS 1 der Förderschule Dahlener Straße. Die Jugendlichen hatten zwar nicht dem Motto entsprechend Lebensmittelabfälle ins Zentrum ihres Projekts gestellt, sondern achtlos weggeworfene Mund-Nasen-Masken, damit aber ein aktuelles Thema aufgegriffen und mit der Maskengarderobe auch eine Lösung präsentiert.