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Mönchengladbach: Radfahrer bekommen Schutzstreifen auf Friedrich-Ebert-Straße

Friedrich-Ebert Straße in Mönchengladbach : Neue Schutzstreifen für Radfahrer, weniger Parkplätze für Autos

Die Stadt hat Pläne für Radverkehr auf der Verbindungsstraße zwischen Rheydt und Gladbach geschmiedet. Eine Kontroverse gab es um die Beteiligung von Bürgern.

Radwege bauen? Eine Protected Bike Lane anlegen? Radfahrstreifen aufmalen? Die Planer der Stadt haben einige Varianten erwogen, wie auf der Friedrich-Ebert-Straße zwischen Hohlstraße und Cecilienstraße Raum für Radfahrer zu schaffen ist. Ergebnis: Sinnvoll sei nur, 1,25 Meter bis 1,70 Meter breite „Schutzstreifen“ auf der vielbefahrenen, als Verbindungsachse von Rheydt nach Gladbach genutzte Straße zu markieren. Denn für ausgebaute Radwege ist die Straße nicht breit genug – sofern man nicht sämtliche Parkplätze an den beiden Fahrbahnseiten verschwinden ließe. Zudem wären solche Umbauten dann immer noch kompliziert, und die Anwohner müssten Beiträge zahlen. Selbst bei der Schutzstreifen-Lösung gehen entlang der Strecke noch 39 Auto-Parkplätze verloren. Dafür aber soll die Straße auch von einigen neu zu pflanzenden Bäumen gesäumt werden.

Die Bezirksvertretung Süd dafür zu gewinnen, brauchten die Planer keine große Überredungskunst. Würde die Einrichtung von Protected Bike Lanes (zwei Meter breite Bahnen plus 85 Zentimeter Sicherheitstrennstreifen) Autos doch nur noch Einbahnstraßen-Verkehr erlauben und ebenfalls alle Parkplätze verschwinden lassen. Eine Einbahnstraßenregelung und gebaute Radwege hat sich der Radfahrer Club ADFC laut Stadt gewünscht. Doch gegen eine Einbahnregelung spricht nach Ansicht der Planer unter anderem, dass die Straße auch eine wichtige Achse für den Busverkehr ist. Mit der parallel verlaufenden „Blauen Route“ über die Brucknerallee gebe es für Radfahrer schon eine leistungsstarke Verbindung. Für die von Stadt, Bezirksvertretung und später auch vom Mobilitätsausschuss des Rates favorisierte Variante sind Kosten in Höhe von 168.000 Euro veranschlagt. Die Parkplätze sollen wie folgt wegfallen: Cecilienstraße bis Freiheitsstraße: zehn; Freiheitsstraße bis Nordstraße: 16; Nordstraße bis Logenstraße: ein; Logenstraße bis Hohlstraße: zwölf.

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Eine Kontroverse gab es in der Bezirksvertretung um die Frage nach einer Bürgerbeteiligung. Die CDU vermisste eine solche und merkte an, bei anderen Projekten habe man die Bürger doch einbezogen. Eine Bürgerbeteiligung sei grundsätzlich gut, doch in diesem Fall sei es dafür viel zu spät, da die Lösung nun schon ermittelt sei, argumentierten die Grünen. Der Mobilitätsausschuss solle sich einmal grundsätzlich mit der Frage von Bürgerbeteiligung bei solchen Projekten befassen, bat die Bezirksvertretung. In diesem Ausschuss warnten Planungsdezernent Gregor Bonin und Jürgen Beckmann, Leiter des Fachbereichs Planung, vor einem Verfahren, bei dem Bürger Einwände und Vorschläge einbringen, die geprüft und eventuell eingearbeitet werden. Ein solcher Prozess sei sehr zeitaufwändig und binde viele personelle Ressourcen: „Wir müssen Mittel, die im Haushalt eingeplant sind, auch im Haushaltsjahr ausgeben. Manchmal muss man auch unserem Sachverstand vertrauen.“