Getötetes Baby in Mönchengladbach Rabeas Mutter schildert den Tattag vor Gericht

Mönchengladbach · Die Frau, die am 28. März ihr neugeborenes Kind getötet, in eine Tragetasche gepackt und in einen öffentlichen Mülleimer gelegt haben soll, steht seit Donnerstagmorgen vor Gericht. Schon zum ersten Verhandlungstag sind mehrere Zeugen geladen.

 Der Prozess um das getötete Baby Rabea hat begonnen: die angeklagte Mutter (mit einer blauen Kladde vor dem Gesicht) und ihr Verteidiger Felix Menke.

Der Prozess um das getötete Baby Rabea hat begonnen: die angeklagte Mutter (mit einer blauen Kladde vor dem Gesicht) und ihr Verteidiger Felix Menke.

Foto: Eva-Maria Geef

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen und Entsetzen gesorgt: Am Nachmittag des 28. März fand eine Flaschensammlerin in einem öffentlichen Mülleimer an der Carl-Diem-Straße in der Nähe des Minigolfplatzes eine Kunststofftasche mit einem erschreckenden Inhalt: ein kleines totes Mädchen, dem die Kriminalbeamten in Mönchengladbach später den Namen Rabea gaben. Die Obduktion ergab, dass der Säugling getötet wurde, als er nur wenige Stunden alt war.

Seit Donnerstagmorgen steht die Mutter des Säuglings (24) wegen Mordes vor dem Schwurgericht in Mönchengladbach. Am ersten Prozesstag gestand sie, das Kind getötet zu haben, sprach aber auch von vielen Gedächtnislücken.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 24-Jährigen vor, das Neugeborene kurz nach der Geburt getötet zu haben,Kostenpflichtiger Inhalt indem sie es mehrfach wuchtig mit dem Kopf gegen eine Kante geschlagen habe. So habe sie verhindern wollen, dass ihre geheim gehaltene Schwangerschaft bekannt wird. Die Babyleiche habe sie anschließend in eine Tragetasche gelegt und diese in einem öffentlichen Mülleimer deponiert.

Im Gerichtssaal schilderte die Angeklagte, wie sie das Kind gebar. Auch der Lebensgefährte der 24-Jährigen und Vater des gemeinsamen Babys sagte am Donnerstag aus. Er habe von der Schwangerschaft nichts gewusst, beteuerte er.

Bei der zwei Monate langen Suche nach der Mutter des unbekannten toten Babys hatte die Polizei in Mönchengladbach viele Ansätze verfolgt. Die Ermittler nannten es Rabea. Es wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in einem kleinen weißen Sarg beerdigt. Der Polizeipräsident und der Oberbürgermeister waren unter den Trauergästen. Am Fundort hatten die Ermittler einen Schaukasten mit einer Briefbox für anonyme Hinweise aufgestellt. Ein DNA-Reihentest im Umfeld des Fundorts brachte die Ermittler auf die Spur 24-Jährigen. Die polnische Staatsangehörige nahm freiwillig daran teil.

(gap/eva/dpa)
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