Brauchtum in Mönchengladbach Puspaskirmes zwischen Regen und Sonnenschein

Mönchengladbach · Die Veranstaltungen der Spätkirmes boten gute Musik, einen spannenden Wettbewerb beim Vogelschießen und ausgelassen feiernde Schützen.

Der Große Zapfenstreich in Neuwerk musste aufgrund des anhaltenden Regens am Samstag ins Festzelt verlegt werden.

Der Große Zapfenstreich in Neuwerk musste aufgrund des anhaltenden Regens am Samstag ins Festzelt verlegt werden.

Foto: Sven Hess

Pünktlich zum Herbstbeginn wurde an diesem Wochenende in Neuwerk und Bettrath von vier Schützen-Bruderschaften die Puspaskirmes gefeiert. Der Name der Veranstaltung geht auf das traditionelle Puspas-Mus zurück, das aus Pflaumen und Äpfeln zubereitet wird.

Bettrath Gefeiert wurde von Freitag bis Sonntag im Festzelt hinter der Herz-Jesu-Kirche und auf dem Maienplatz. Das Fest begann bereits am Freitagabend mit dem Bayrischen Abend im Festzelt. Zum ersten Mal war die Jägerkapelle Straberg zu Gast. Zunächst spielten die Musiker Märsche und Polkas, bevor sie im Laufe des Abends zur klassischen Partymusik übergingen.

Bei der Parade am Sonntag in Bettrath genossen die Teilnehmer gemeinsam das sonnige Wetter. 
  Fotos (2): Sven  Hess

Bei der Parade am Sonntag in Bettrath genossen die Teilnehmer gemeinsam das sonnige Wetter. Fotos (2): Sven  Hess

Foto: Sven Hess

Eingebettet in das Wochenendprogramm war am Samstag der Große Zapfenstreich, der wegen des anhaltenden Regens ins Zelt verlegt wurde. Zudem gab es am Sonntag eine Parade auf der Hansastraße und natürlich den Vogelschuss am Sonntagvormittag, bei dem die Bruderschaften ihren König für das kommende Jahr ermittelten.

Im dritten Jahr repräsentierten die Könige Jürgen Quadt von der Männer-Bruderschaft und Yannick Gaden von den Junggesellen mit ihren Brudermeistern und Kirmesvorständen ihren Ortsteil. Beim Vogelschuss mussten sie ihr Silber abgeben.

Auf dem neuen Schießstand holte sich nach nur 37 Schüssen Jan Siekmann von der Männer-Bruderschaft den Vogel gegen den weiteren Kandidaten Lars Buschhaus. Zu seinen Brudermeistern ernannte er sofort Michael Brüggen und Ralf Dreehsen. Etwas schwieriger ging es bei den Junggesellen zu. Nachdem die ausgegebenen Zugkarten ohne Erfolg abgeschossen waren, öffnete Präsident Jan-Philipp Tenhaak die Schießliste für weitere Bewerber. Michael Faßbender, aktives Mitglied bei den Junggesellen und bereits Kandidat bei der Männer-Bruderschaft, wollte die Königswürde. Nach insgesamt 95 Schüssen fiel der Vogel. Die Brudermeister sind Daniel Röllen und Nils Thönissen. Mit den neuen Königen, die am Sonntag beim Klompenball und nach der Parade offiziell proklamiert wurden, freuten sich die beiden Präsidenten Jürgens und Tenhaak riesig. Die Krönungsmesse für die beiden Königshäuser findet am Weißen Sonntag 2023 in Herz-Jesu statt.

Neuwerk Mit dem Vogelschuss zur Spätkirmes am Samstagnachmittag griff die St. Barbara-Bruderschaft ein gutes Stück in ihr 525-jähriges Jubiläum ein. Denn für den hohen Geburtstag, der aus Pandemiegründen ein Jahr später erfolgen musste, gibt es jetzt mit Hans-Josef Sandkaulen einen Jubiläumskönig. Zunächst kam im Vorfeld zur Ermittlung der beiden Schützenkönige, sowohl für die St. Barbara-Bruderschaft als auch für die St. Maria Junggesellenbruderschaft, Spannung auf. Mit Wilfried und Björn Rippegarten hatten sich Vater und Sohn als Königsanwärter ihrer Bruderschaften angemeldet.

Für die Männerbruderschaft traten Sandkaulen und Rippegarten gegeneinander an. Abwechselnd lieferten sich die beiden Senioren einen spannenden Kampf, der zwei Stunden dauerte. Mit dem 226. Schuss fiel endlich der Vogel für Hans-Josef Sandkaulen, der sogleich Jürgen Haring und Ewald Fuhrmann als seine Brudermeister vorstellte. Weniger Spannung gab es beim Vogelschuss der Junggesellen. Alleiniger Kandidat war Björn Rippegarten und der holte sich, für die ersten zwanzig Schüsse unterstützt von seinen zukünftigen Brudermeistern Philipp Maaßen und Jochen Kipp, nach 160 Schüssen den Holzvogel.

Am St. Barbaratag, 4. Dezember, wird für die Männerbruderschaft die Königsmesse stattfinden. Für die Junggesellen Bruderschaft wird der neue König am 16. Oktober beim Königsehrenabend in seinem Amt bestätigt. Nach dem Vogelschuss gab es den Abschied für die beiden noch amtierenden Könige Christoph Fels (St. Barbara-Bruderschaft) und Marcus Nolden (Junggesellen-Bruderschaft) und ihre Brudermeister. Wegen des starken Regens mussten die Präsidenten Johannes Winz und Björn Rippegarten den Fackelzug zum Peter-Schumacher-Platz absagen. Die Serenade und der Große Zapfenstreich fanden im Festzelt statt. Alte und neue Königshäuser nahmen am Sonntagmittag gemeinsam die Parade der beiden Schützenbruderschaften auf der Liebfrauenstraße ab.

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