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Mönchengladbach

Marihuana flog in Gefängnishof

Foto: Bauch, Jana (jaba)

Mönchengladbach Prozess wegen versuchten Drogenschmuggels wird fortgesetzt.

Am Freitag wurde der Prozess gegen einen 28-jährigen Viersener wegen eines gescheiterten Drogenschmuggels in die Mönchengladbacher JVA fortgesetzt. Da der Bote an der Gefängnis-Pforte abgewiesen wurde, habe er die neun Gramm Marihuana über die Gefängnismauer geworfen. Dies wurde von einem JVA-Angestellten beobachtet. Bei der anschließenden Durchsuchung und drohender Entkleidung holte der Angeklagte S. das Handy, mit dem der Drogenschmuggel mutmaßlich beauftragt wurde, aus seiner Unterhose. S. leugnete am ersten Prozesstag jedoch eine Beteiligung an dem Vorfall. Er habe lediglich das Handy für seinen Mithäftling W. an sich genommen. Übereinstimmend dazu erklärte der Mann, der sich als Drogen-Kurier versucht hatte, vor Gericht, den Angeklagten nicht zu kennen. Er gab jedoch an, er sei am Tattag von einem Häftling namens Ö. gebeten worden, Drogen aus einem Versteck zu holen und einer Frau zu übergeben. Da dies misslang, habe er eine weitere Nachricht erhalten, dass er die Drogen in den Innenhof der JVA werfen solle.

An diesem zweiten Prozesstag sagte der Polizist aus, der das sichergestellte Smartphone ausgelesen hatte. Laut seiner Darstellung sei mindestens ein Account auf diesem Handy einer Person namens Ö. zuzuordnen.

Dieser Mann war zum Tatzeitpunkt ebenfalls ein Zellengenosse des Angeklagten. Laut Richter passe diese Information zu der Aussage des Zeugen, der versucht hatte, die Drogen in das Gefängnis zu schmuggeln. Sie widerspreche jedoch der Aussage des Angeklagten, das Handy für seinen Mithäftling W. versteckt zu haben. Damit konfrontiert, gab S. zu, dass seine erste Aussage bezüglich des Handy-Besitzers falsch gewesen sei. Das Handy habe Ö. gehört, er habe jedoch Angst vor diesem Mann, sei von ihm aufgefordert worden, er solle „den Mund halten“. Laut seinem Verteidiger seien auch weitere Drohungen seitens Ö. gegen seinen Mandanten erfolgt.

In einem Folgetermin sollen nun die drei damaligen Zellengenossen gehört werden. Laut Richter seien diese zum Teil bereits ausfindig gemacht. Zudem soll seitens der Polizei eine weitere Auswertung des Smartphones erfolgen, um mögliche weitere Nutzer zu ermitteln. Die Verhandlung wird fortgesetzt.