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Mönchengladbach: Prozess wegen versuchten Mordes an Borussenfan geht weiter

Fortsetzung Borussia-Prozess : Polizisten sagten im Prozess wegen versuchten Mordes aus

Polizisten suchen vergeblich nach Schlagring.

Am Dienstag ist ein Prozess wegen versuchten Mordes sowie schwerer und gefährlicher Körperverletzung fortgesetzt worden. Ein 19-Jähriger, der am 20. April mit drei Freunden in Rheydt unterwegs war, soll einem Borussenfan mit ausgestreckter Faust ins Gesicht geschlagen haben. Dabei sei der 56-jährige Mann zu Boden gefallen, der Angreifer soll jedoch nicht von ihm abgelassen, sondern weiter brutal auf das Opfer eingeschlagen haben.

Dem Angriff war eine Auseinandersetzung mit einem 18-Jährigen aus der Gruppe des Angreifers und der Fangruppe um eine Zigarette vorausgegangen. Dieser junge Mann ist wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt, da er im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung einen Zeugen geschlagen haben soll.

An diesem fünften Prozesstag sagten nun Polizisten aus. Eine Streife war nur wenige Sekunden nach der Einsatzmeldung zur Stelle gewesen. Einer der Beamten erklärte, mehrere Passanten hätten von flüchtigen Personen gesprochen und ihnen die Richtung gewiesen. Mit seinem Kollegen sei es ihm dann gelungen, zwei mutmaßlichen Tätern den Weg abzuschneiden. Der wegen versuchten Mordes Angeklagte habe unter Rufen von Schimpfworten wie „Wixer“ und „Fick dich“ Widerstand geleistet und sei daher von ihm mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt worden.

Auch weitere Beamten berichten von einer aufgeheizten Stimmung: Mit einem der drei Männer habe es eine Rangelei gegeben, bei der ein Polizist den sich heftig zur Wehr setzenden Mann nur mit Hilfe eines Passanten fesseln konnte. Der vierte aus der Gruppe des Angreifers sei dann dazu gekommen und habe sich trotz mehrerer Platzverweise nicht entfernt.

Ein Beamter, der unmittelbar nach dem Angriff Zeugen vernommen hat, erklärt, dass mehrere einen Schlagring an der Hand des 19-jährigen Angeklagten gesehen haben wollen. Eine Zeugin, deren Aussage sehr klar und strukturiert gewesen sei, habe erklärt: „Ich habe gesehen, wie der Angreifer dem Opfer die rechte Faust ins Gesicht geschlagen hat.“ Sie habe den Schlagring deutlich erkennen können.

Vor Gericht jedoch konnte sich die Frau nicht mehr an die Waffe erinnern. Zehn Beamte hätten noch in der Nacht den Fluchtweg der Täter abgesucht, jedoch ohne Erfolg. Ein Beamter: „An dem höhergelegten Gleisbett gibt es viele Möglichkeiten, etwas verschwinden zu lassen.“ Der Prozess wird am 29. November mit den Plädoyers fortgesetzt, eventuell ergeht dann auch bereits ein Urteil.