Mönchengladbach: Prozess wegen Verabredung zum Mord

Prozess vor dem Landgericht : Prozess wegen Menschenraubs und Verabredung zum Mord

Im Prozess um die Beteiligung an einem Mordversuch, erpresserischenm Menschenraub und gefährlicher Körperverletzung wurden am Freitag einige zwischen einem der beiden Viersener (34) und dem Mönchengladbacher (43) Angeklagten ausgetauschte Text- sowie Sprachnachrichten in die Verhandlung eingeführt.

Beide Männer sollen drogenabhängig sein. In den Chats ging es laut Anklage um den geplanten Mord an einem Rauschgifthändler: Der Mann sollte bei einer fingierten Drogenabholung überfallen werden. Der Plan wurde jedoch nicht ausgeführt, da sich der 42-Jährige zu spät bei seinem Bekannten zurückmeldete und die Verabredung mit dem Dealer so platzte.

In den Chats wird ein potenzieller „Jackpot“ und der Besitz einer Waffe thematisiert sowie eine Scheinbestellung von 10 bis 30 Gramm „Weißem“, um so zunächst „die Connection zu checken“. Nachdem die für den 16. Oktober geplante Tat nicht durchgeführt wurde, bedrohte der 34-Jährige auch seinen Bekannten: „Du ziehst mich ab, ich habe also jedes Recht der Welt, um dich alle zu machen.“ Auf Grund von technischen Problemen konnten weitere WhatsApp-Sprachnachrichten nicht abgespielt werden. Dies soll im nächsten Termin nachgeholt werden.

Ein Sachverständiger stellte seinen Befund über den Gladbacher vor: Dieser habe einen starken Hang zum Drogenmissbrauch, bisher begangene Straftaten seien immer unter Drogeneinfluss erfolgt. Den Kontakt zu dem Viersener habe der Angeklagte als „gemeinsames Konsumieren von Drogen“ beschrieben, der Viersener sei dabei auch eine Drogenquelle gewesen, daher habe er diesen „bei der Stange halten“ wollen. Falls der 43-Jährige am Tag der ausgetauschten Chats unter Entzugssymptomen gelitten oder diese befürchtet habe, komme dies einer eingeschränkten Steuerungsfähigkeit nahe. Der Prozess wird am 21. Oktober fortgesetzt.

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