Mönchengladbach: Prozess um Raub bei fingiertem Autokauf im Volksgarten

Prozess in Mönchengladbach : Zwei Versionen eines Raubes im Volksgarten

Zwei Rumänen sollen einen 28-Jährigen und dessen Vater mit einem fingierten Kaufangebot für ein Auto nach Gladbach gelockt und ihnen dann das Geld geraubt haben. Die Angeklagten stellen vor Gericht den Fall anders dar.

Seit Montag müssen sich zwei verschwägerte Rumänen vor dem Landgericht wegen des Vorwurfs schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

 Dem Angeklagten G. (28) aus Schwelm legt die Anklage zur Last, einen Audi A6 zum Kauf angeboten und sich spät abends mit einem Interessenten auf einem Parkplatz am Volksgarten verabredet zu haben. Plötzlich sei der Käufer mit einer Schusswaffe und dem Satz „Das ist kein Witz, Sie werden überfallen“ bedroht worden. Der Vater des Käufers habe um Hilfe gerufen und das Geld unter ein parkendes Auto geworfen. Daraufhin habe der zweite Täter C. (31) ihn von hinten gegriffen und ihm den Mund zugehalten. Dem Sohn sei es gelungen, den Angreifer wegzuschubsen und seinem Vater zu Hilfe zu eilen. Er sei dann jedoch von dem ersten Mann mit einem Schlagstock so fest auf den Kopf geschlagen worden, dass er zu Boden fiel und das Bewusstsein verlor. Anschließend habe der 28-Jährige auch den Vater mit dem Stock angegriffen, bevor er das Geld genommen habe. Dann seien die Männer geflüchtet.

Die Angeklagten stellten die Geschehnisse anders dar: G. erklärte, er habe keine Waffe außer dem Schlagstock eingesetzt. Zudem habe sein Schwager nichts von dem Überfall gewusst. Der sei davon ausgegangen, dass G. ein Auto kaufen wolle und mitkommen müsse, um dieses später zu fahren. Am Tatabend habe er unter dem Vorwand, Papiere aus dem Kofferraum zu holen, den Holzstock genommen, den jungen Mann in die Seite getreten und mit dem Stock auf den Kopf geschlagen. Dann habe er gesehen, dass der Vater seinen Schwager festhielt, der zu flüchten versuchte. Er habe diesen an den Haaren gezogen, bis auch er zu Boden gegangen sei. Anschließend seien beide wie geplant nach Rumänien gefahren. Als er hörte, dass die Polizei ihn suche, habe er sich gestellt.

Der Mitangeklagte C. ließ über seinen Anwalt erklären, er habe von einem geplanten Raub nichts gewusst. Er habe plötzlich eine Handbewegung seines Schwagers gesehen und wie der junge Mann fiel. Daraufhin sei er weggerannt. Beide Opfer wiederholten jedoch vor Gericht ihre erste Aussage und erklärten, eine Schusswaffe gesehen zu haben. Unklar blieb, wieso der angeblich unwissende Angeklagte davon ausging, dass sein Schwager ein Auto kaufen wolle. Denn am Tatabend habe ja dessen A6 im Fokus gestanden. Der Prozess wird fortgesetzt.

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