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Mönchengladbach: Prozess um Messerangriff auf zwei Berufsschüler am Berufskolleg Volksgartenstraße

Vorfall am Berufskolleg Volksgartenstraße : Prozess um Messerangriff auf zwei Berufsschüler

Der Angeklagte soll im Streit mit zwei weiteren Berufsschülern mehrfach auf diese eingestochen haben. Die Anklage wirft ihm vor, den Tod der Opfer billigend in Kauf genommen zu haben.

Seit Montag muss sich ein 22-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung sowie Beleidigung vor Gericht verantworten. Der Mann soll im Februar vor dem Berufskolleg Volksgartenstraße in einen Streit mit zwei weiteren Berufsschülern geraten sein, der schnell körperlich wurde. Plötzlich soll der Angeklagte ein Klappmesser gezogen und es einem der beiden jungen Männer in die Brust gestoßen haben. Dann habe der Angeklagte dem zweiten Zeugen mit dem Messer in den Nacken, den Rücken und die Leistengegend gestochen. Laut Anklage habe der 22-Jährige bei beiden Angriffen den Tod seiner Opfer billigend in Kauf genommen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte von sich aus von weiteren Angriffen abgesehen habe, daher lautet die Anklage nur auf gefährliche Körperverletzung, da er vom Versuch der vorsätzlichen Tötung zurückgetreten sei.

Nach seiner Festnahme am gleichen Tag soll der Kölner eine Polizistin obszön beleidigt und ihr und ihren Kindern mit dem Tod gedroht haben. Vor Gericht präsentierte sich der Angeklagte als höflicher junger Mann, der in einem engen Familienzusammenhalt mit der Mutter und vier weiteren Geschwistern lebt. Im Alter von 14 Jahren sei er das erste Mal mit Cannabis in Kontakt gekommen. Seit einem Kart-Unfall im Mai 2019, bei dem ein Lendenwirbel schwer verletzt wurde, konsumiere er mehrfach pro Tag, um die Schmerzen zu lindern. Vor dem Besuch des Berufskollegs rauche er jedoch nie. Er erklärte, dass dies auch am Tattag nicht geschehen sei.

Ein 17-jähriger Zeuge erklärte, dass er von dem Angeklagten in einer Pause „seltsam“ angeschaut worden sei. Auf die Frage nach dessen Problem, habe dieser seinen Rucksack weggelegt und sofort zugeschlagen. Um sich zu schützen, habe er den Angreifer auch geschlagen. Dieser habe dann ein Messer gezogen, erst auf den Mitschüler, dann auch auf ihn eingestochen. Der Zeuge ist sich sicher: „Er wollte mich töten.“Mehrere Umstehende hätten den Angreifer schließlich von ihm weggezogen, dieser habe dann den Freund verfolgt. Als er die Waschräume aufsuchen wollte, habe der Angreifer ihn verfolgt. Er sei dann in das Sekretariat des Berufskollegs gegangen und während der Versorgung ohnmächtig geworden. Den Angeklagten habe er nicht mehr gesehen.