Mönchengladbach: Protest der Therapeuten

Aktion in Mönchengladbach: Therapeuten protestieren auf dem Sonnenhausplatz

Hohe Ausbildungskosten und fehlender Nachwuchs seien in der Berufssparte ein Problem, sagen die Teilnehmer der Aktion.

„Es ist ein wertvoller Beruf, und ich würde nichts anderes ausüben wollen – nicht wegen des Geldes“, sagt Jutta Junker, Ergotherapeutin aus Mönchengladbach, am vergangenem Samstag auf dem Sonnenhausplatz bei der Aktion „Therapeuten am Limit“. Jutta Junker meldete die Versammlung bei der Polizei an und brachte somit die Aktion in Mönchengladbach ins Rollen. Rund 15 Therapeutinnen und Therapeuten kamen am Minto zusammen. Bei der 24-Stunden-Aktion gehen Therapeuten aus unterschiedlichen Bereichen, wie Physiotherapie und Ergotherapie, in ganz Deutschland auf die Straßen, um auf die schlechten Rahmenbedingungen ihres Berufszweiges aufmerksam zu machen. „Die Bürokratie hat in unserem Berufsfeldern deutlich zugenommen. Dabei werden unter anderem Materialkosten nicht finanziert. Es ist ein ständiges Draufzahlen“, sagt Jutta Junker.

Gerade die Frage nach den Finanzen würde viele junge Frauen und Männer davon abhalten, den Berufsweg einzuschlagen. „Die Ausbildung zum Therapeuten kostet rund 20.000 Euro. Da muss man schon tief in die Tasche packen“, sagt Junker. Doch nicht nur die Therapeutinnen und Therapeuten spüren die Folgen der hohen Ausbildungskosten und des fehlenden Nachwuchses. „Ich hatte in meiner Praxis anderthalb Jahre eine offene Stelle ausgeschrieben. Es fehlt einfach an Fachkräftenachwuchs. Dies spüren die Patienten anhand langer Wartelisten“, sagt Philippe Gauffriau, Ergotherapeut aus Mönchengladbach.

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Nicht nur der finanzielle Aspekt ist ein Grund, wieso die Therapeutinnen und Therapeuten auf die Straßen gingen. „Wir fordern unter anderem ein Mitbestimmungsrecht in der Politik“, sagt Thomas Etzmuß vom Verein der Therapeuten aus Viersen. „All diese Missstände gefährden die Patienten, die beispielsweise nach einem Schlaganfall nicht ausreichend versorgt werden können, wenn kein Personal vorhanden ist“, sagt er. „Doch Therapeut zu sein, ist nicht nur ein Beruf. Es ist eine Berufung, und ich liebe meinen Beruf. Deshalb kämpfe ich für Veränderungen“, sagt Thomas Etzmuß.

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