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Mönchengladbach: Prominente zu Gast bei Pfarrer Klaus Hurtz

Buch aus Mönchengladbach : Prominente zu Gast bei Pfarrer Hurtz

Seit 20 Jahren lädt Klaus Hurtz bekannte Persönlichkeiten unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche in seine Gemeinde ein. Damit verbunden ist stets ein Eintrag ins Gästebuch. Daraus ist nun ein Buch entstanden.

Wer gerne Menschen einlädt, also ein offenes Haus hat, sollte unbedingt ein Gästebuch anschaffen. Denn darin zu blättern, lässt verblasste Erinnerungen wieder aufleben. Bei Klaus Hurtz, Regionalvikar und Pfarrer der Gemeinde St. Marien in Rheydt, sind es inzwischen gleich mehrere große und prominent gefüllte Gästebücher. Denn seit 1991 lädt er regelmäßig bekannte Persönlichkeiten in die Gemeinde St. Franziskus, die seit 2004 zu St. Marien gehört. Die Gäste kommen aus Kirche, Kultur, Sport, Wissenschaft, Politik oder Wirtschaft, die einen predigen, die anderen teilen in Reden ihre Sicht mit oder stellen ihre Werke aus. Stets damit verbunden: ein Eintrag ins private Gästebuch und ein Foto, oft vom Gastgeber  selbst gemacht.

In zwei Jahrzehnten ist also einiges zusammengekommen. Nun hat Klaus Hurtz aus einigen der Beiträge ein erstes Büchlein mit dem Titel „Gästebuch-Geschichten I“ gemacht, garniert mit seinen Erinnerungen an die Besuche, herausgebracht in feinster Druck-Qualität im Mönchengladbacher Kühlen-Verlag.

 Norbert Blüm war der Bundesminister, der in der Franziskuskirche zu Gast war.
Norbert Blüm war der Bundesminister, der in der Franziskuskirche zu Gast war. Foto: Patrik Stollarz
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Der erste Beitrag würdigt den Besuch von Bischof Klaus Hemmerle im Jahr 1991, mit dem Hurtz eine besondere Beziehung verband. Denn durch den Bischof war er fünf Jahre zuvor in Aachen zum Priester geweiht worden. Entsprechend unruhig habe er in der Nacht vor der Ankunft des Gastes geschlafen, schreibt Hurtz. „Das Pfarrhaus wurde zur Sakristei, von wo die Prozession in die Kirche beginnen sollte.“ Mit Beginn der Liturgie fiel die Anspannung ab. Und mit seiner Predigt habe der Bischof diesen Tag „zu einem wirklichen Fest“ gemacht. Ein Gästebuch existierte damals noch nicht. Aber die Idee war geboren.

Die erste bundesweit bekannte Persönlichkeit war wenig später Norbert Blüm,   Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung. Seine ersten Worte, als er am Pfarrhaus geklingelt hatte und sich die Tür öffnete: „Fürchtet euch nicht, ich bin es nur.“ Das Eis war gebrochen.  „Niederrheinisch-humoristisch-herzlich“ ging es beim Besuch des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch 1992 zu. Mit Klaus Töpfer folgte knapp ein Jahr später der zweite Bundesminister nach Blüm. Nur wenige Wochen danach trug sich der SPD-Grande Hans-Jochen Vogel ins Gästebuch ein – und stieg anschließend, zur Verblüffung seines Gastgebers, nicht ins Flugzeug Richtung Berlin, sondern in den Nachtzug.

 Joseph Kardinal Ratzinger 1994 in Rom beim Eintrag ins Gästebuch unter einem Bild, das Papst Johannes Paul II. zeigt. Fast elf Jahre später wurde Ratzinger zu seinem Nachfolger gewählt.
Joseph Kardinal Ratzinger 1994 in Rom beim Eintrag ins Gästebuch unter einem Bild, das Papst Johannes Paul II. zeigt. Fast elf Jahre später wurde Ratzinger zu seinem Nachfolger gewählt. Foto: Klaus Hurtz

„Zweimal wurde das Gästebuch in ein ,Gastgeberbuch’ umfunktioniert“, schreibt Hurtz. Zum ersten Mal bei einer Romreise 1994 zum Fest der Heiligen Elisabeth. Hurtz war zu Besuch beim damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger, der fast elf Jahre später zu Papst Benedikt XVI. gewählt werden sollte. Am Ende des Treffens holte Hurtz das Gästebuch und seine Kamera hervor, fotografierte Kardinal beim Eintragen unter einem Bild von Papst Johannes Paul II. – Vorgänger und Nachfolger.

 Stefan Effenberg kam 1995 als DFB-Pokalsieger in die Franziskuskirche – der Andrang war enorm.
Stefan Effenberg kam 1995 als DFB-Pokalsieger in die Franziskuskirche – der Andrang war enorm. Foto: Klaus Hurtz

In der Liste der Gäste gab es viele Höhepunkte: den Künstler Heinz Mack, den Ministerpräsidenten Johannes Rau, die Unternehmerin Christiane Underberg, Esther Betz, damals RP-Herausgeberin und Anfang der 1960er Jahre Beobachterin beim Zweiten Vatikanischen Konzil. Ein besonderes Highlight war für den Borussia-Fan Hurtz der Besuch von Stefan Effenberg im November 1995 als „frischgebackener DFB-Pokalsieger“. Der Andrang in der Franziskuskirche war enorm. „An diesem Abend“, so Hurtz, „versank der Kirchenraum in Borussengrün.“

 Pfarrer Klaus Hurtz wird am 4. November aus seinen „Gästebuch-Geschichten I“ lesen.
Pfarrer Klaus Hurtz wird am 4. November aus seinen „Gästebuch-Geschichten I“ lesen. Foto: Klaus Hurtz

Lesung Am Samstag, 4. Dezember, 18 Uhr, liest Pfarrer Klaus Hurtz im Trostraum der St. Josef Grabeskirche am Keplerplatz aus „Gästebuch-Geschichten“. Begleitet wird er von Bernd Opitz an der Orgel. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet unter aktuellen Corona-Regeln statt.