Mönchengladbach: Programmiersprache ist Sprache der Zukunft

Gymnasium am Geroweiher in Mönchengladbach: Das ist die Fremdsprache der Zukunft

Chinesisch? Russisch? Oder gar Esperanto? Nein, Informatik. Nicht nur Computer-Enthusiasten können sich für das Schulfach begeistern. Im Gymnasium am Geroweiher gibt es jetzt Informatikunterricht bereits ab Klasse 5.

Malak führt vor, wie sie die Aufgabe gelöst hat: Rasch tippt sie in die Tastatur Zahlen und Befehle ein. Ihre Mitschüler aus der Klasse 5b des Gymnasiums am Geroweiher können auf der Leinwand verfolgen, was sie tut. Einmal schaltet sich Informatiklehrer Julian Hendricks ein: „Du hast den neuen Befehl auch „forward“ genannt, die Benennung gibt es schon.“ Malak ändert den Namen in „forward1“, und los geht’s. Das Programm läuft ab, auf der Leinwand werden drei übereinanderliegende Quadrate gezeichnet. Aufgabe gelöst, die Klasse applaudiert.

Malak ist zehn Jahre alt und hat gemeinsam mit den anderen Schülern der Klassenstufe 5 wöchentlich zwei Stunden Informatik. „Das macht mir sehr viel Spaß“, sagt sie. Amira, die im Computerraum auf dem Platz neben ihr sitzt, nickt. „Ich wusste vorher nicht, was Informatik eigentlich ist, aber es macht richtig Spaß“, stimmt sie zu. Und so antworten auch die anderen Schüler auf die Frage: Joshua findet Informatik cool, Chayenne hat Spaß am Fach.

Das Fach Informatik in der Klassenstufe 5 anzubieten, ist im Rahmen eines landesweiten Pilotprojekts möglich, an dem sich das Gymnasium am Geroweiher beteiligt. „Wir haben sofort reagiert, als wir davon erfuhren“, sagt Schulleiter Christian Dern. „Informatik ist die Fremdsprache der Zukunft.“ Wichtig ist dabei der Inhalt des Fachs: Es geht nicht nur um den Umgang mit der Technik, es geht um echtes Programmieren, das, was man heute Coding nennt. Hinter dem Pilotprojekt steckt die Idee, Informatik auf Dauer zum regulären Unterrichtsfach zu machen. Etwas, das Schulleiter Dern sehr begrüßt. „Je früher man mit diesem Fach anfängt, desto weniger Hemmungen gibt es bei den Schülern. Auch Mädchen lassen sich dann viel besser für das Fach begeistern“, meint er.

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Die Schule setzt entschlossen auf den Informatikunterricht: Statt wie die meisten anderen teilnehmenden Schulen nur eine Wochenstunde anzusetzen, werden zwei Stunden erteilt. Dieser Umfang sei auch sehr sinnvoll, meint Referendar Julian Hendricks, der zwei der drei Klassen unterrichtet. So könne man nicht nur in die Programmiersprache Logo einführen, sondern auch in Verschlüsselungstechniken wie die monoalphabetische oder die polyalphabetische Substitution. „Diese Formen der Kryptographie als Geheimsprache zu lernen, macht den Schülern meistens viel Spaß“, sagt Hendricks. Gibt es Schwierigkeiten beim Unterricht? Ja, meint der Lehrer, aber die seien im Augenblick eher praktischer Natur. Da werden aus Versehen schon mal die Ordner mit den Aufgaben verschoben und sind dann für die anderen Schüler erst einmal nicht auffindbar. Aber das lässt sich korrigieren. Auch der Umgang mit Tastatur und Maus will geübt sein: die Smartphone-Generation ist Touchscreen und die Wischbewegung gewohnt.

Alle bisherigen Erfahrungen weisen darauf hin, dass Informatikunterricht ab Klasse 5 sehr sinnvoll ist. Der Schulleiter möchte noch weiter gehen. „Wir wollen mit Unternehmen und der IHK kooperieren und ermöglichen, dass unsere Schüler am Ende ihrer Schullaufbahn ein Zertifikat über die Ausbildung zum Informatiker erwerben können“, erklärt Dern.

(arie)
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