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Mönchengladbach: Programm macht Migrantinnen fit für den Arbeitsmarkt

Gemeinsam mit Jobcenter : VHS macht Migrantinnen fit für den Job

Gemeinsam mit dem Jobcenter unterstützt die Volkshochschule seit elf Jahren Zuwanderinnen dabei, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Gerade hat wieder eine Gruppe Frauen einen Kurs absolviert.

Im Berufsleben Fuß zu fassen, ist für viele Frauen nicht immer ganz einfach. Noch schwieriger kann es sein, wenn die Frauen einen Migrationshintergrund haben. Diesem Problem widmet sich das Projekt „BIF-Berufliche Integration von Frauen mit Migrationshintergrund“, das von der Volkshochschule Mönchengladbach vor über einem Jahrzehnt ins Leben gerufen wurde und gemeinsam mit dem Jobcenter Mönchengladbach arbeitet.

Das Projekt bietet berufliche Orientierung und vermittelt unter anderem Kenntnisse über die Bedingungen des deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes, EDV, Standardprozeduren der Geschäftsabwicklung und Deutsch für den Beruf. Ziel der Maßnahme ist es, die Vermittlung in den deutschen Arbeitsmarkt zu fördern.

Jetzt wurden die Absolventinnen des elften Jahrganges verabschiedet. „Die Frauen sind während des Projekts stärker und selbstbewusster geworden. Sie haben zahlreiche Kenntnisse neu erworben oder ihre Kenntnisse gefestigt. Man merkt bei jedem Abschlussjahrgang: Unsere Frauen hier sind gewachsen“, sagt Organisatorin Cleopatra Altanis von der VHS. „Manche unserer Frauen haben in ihrem Heimatland etwas ganz anderes gelernt und können hier nicht mehr unbedingt in den gleichen Beruf zurück. Für eine Umorientierung braucht es noch einmal mehr Mut“, fügt sie hinzu.

Wie es ist, nicht mehr in seinen alten Beruf zurück zu können, weiß auch Absolventin Agnieszka Szulc. Die heute alleinerziehende Mutter eines sechsjährigen Sohnes ist vor acht Jahren mit ihrem damaligen Mann aus Polen nach Deutschland gekommen. „In Polen habe ich Wirtschaftsökonomie studiert und hatte im Anschluss meine eigene Firma. Aber wie das dann so ist, bin ich der Liebe wegen mit nach Deutschland gekommen“, sagt Szulc. Hier hat sie nach der Trennung von ihrem Mann ein Praktikum begonnen.  „Ich habe ein sechswöchiges Praktikum im Büro absolviert und im Anschluss die Chance bekommen, dort fest zu arbeiten“, sagt sie. „Dafür bin ich sehr dankbar. Es ist nicht immer einfach, Beruf und Kind als Alleinerziehende unter einen Hut zu bekommen, aber ich bin stolz, dass ich es geschafft habe und man mir die Chance gegeben hat, beim BIF-Kurs noch mehr zu lernen.“

Auch Ilaria Scimone hat schon vor ihrer Teilnahme am Projekt ein Praktikum begonnen. „In einem Kindergarten, weil ich Erzieherin werden möchte“, sagt sie. „Damit die Schule mich aber annimmt, benötige ich ungefähr 900 Stunden Praktikum. Deswegen war ich oft morgens arbeiten und bin nachmittags dann zur VHS zum Kurs gefahren.“ Vor zwei Jahren ist die Italienerin ganz alleine nach Deutschland gekommen. „Das war nicht einfach, aber ich wollte es unbedingt und bin so dankbar für den Integrationskurs. Ohne ihn wäre ich heute sicher nicht dort, wo ich bin. Es hat mir so viel gebracht und mein Deutsch sehr verbessert“, sagt sie.

Stefanie Marquardt vom Jobcenter Mönchengladbach lobt das Engagement und Durchhaltevermögen der Absolventinnen: „Ich finde es toll, wie wir heute hier alle zusammengekommen sind und dass ich in so viele strahlende Gesichter schauen kann. Wir bieten nur die Rahmenbedingungen, aber geschafft haben sie das alle ganz alleine!“

Auch Absolventin Natallia Kohn freut sich über eine fast vollständige Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. „Ich habe in meiner Heimat 20 Jahre Berufserfahrung im Bereich Buchhaltung. Aktuell absolviere ich hier ein Praktikum in diesem Bereich und bin dankbar, dass man mir nun für die Zeit nach dem Praktikum schon eine Festanstellung angeboten hat“, sagt sie. „Die Arbeit in dem Büro macht mir viel Spaß und ich bin dankbar für alles, was ich auch im Kurs lernen durfte.“