Mönchengladbach: Polizeiwache kommt dauerhaft nach Rheydt

Ausschreibung startet im Herbst : Polizeiwache kommt dauerhaft nach Rheydt

Nach der Renovierung kehrt die Polizei im Herbst wieder an die Vierhausstraße zurück. Sie sucht jedoch ein neues Domizil. Der Rheydter Hauptbahnhof wäre dafür eine interessante Option. Die Ausschreibung soll im Oktober erfolgen.

Es ist keine optimale Situation, sie ist aber der Sanierungsbedürftigkeit geschuldet: Seit vergangenem Sommer ist die Polizei im Zentrum von Rheydt nicht mit einer Wache präsent. Weil die Räume an der Vierhausstraße dringend renoviert werden mussten, ist die Wache in das frühere Polizeipräsidium an der Theodor-Heuss-Straße gezogen. Im Oktober geht’s wieder zurück an die alte Adresse.

Das soll laut Polizeipräsident Mathis Wiesselmann nur eine Zwischenlösung sein. Denn die Polizeiwache müsste behindertengerecht und modernen Anforderungen entsprechend umgebaut werden. Vor allem reicht dort der Platz nicht aus, um die inzwischen erforderliche Anzahl an Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge und Besucherautos bereitzustellen. „Wir wollen uns mittelfristig in der Rheydter Innenstadtlage neu aufstellen“, sagte Wiesselmann vor einem Jahr im Gespräch mit unserer Redaktion und machte klar: „Den Standort Rheydt wollen wir auf keinen Fall aufgeben.“

Jetzt kommt Bewegung in die Sache. „Wir werden im Oktober das Vergabeverfahren für neue Räume starten“, sagt Wiesselmann. Darin sollen konkrete Bedingungen formuliert werden: In Bahnhofsnähe und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar soll die neue Adresse sein. Die Streifenwagen müssen in beide Richtungen zu Einsätzen rausfahren können (am bisherigen Standort Vierhausstraße gilt eine Einbahnregelung). Und natürlich muss das Angebot stimmen. Das Ziel sei, „dass wir 2022 eine neue Polizeiliegenschaft in Rheydt eröffnen können“, so Wiesselmann.

Als interessante Option gilt der Rheydter Hauptbahnhof. Nicht nur, weil er zentral und in unmittelbarer Nähe der bisherigen Wache liegt. Bei Borussia-Heimspielen kommen dort auch die Züge mit den gegnerischen Fans an, was eine hohe Polizeipräsenz erfordert. Das Gebäude ist im Besitz der Stadttochter EWMG, die sich über einen Ankermieter wie die Polizei freuen würde. Denn klar ist, dass die marode Immobilie durch einen Neubau ersetzt werden und damit das ganze Umfeld aufwerten soll. „Wenn uns die Eigentümerin des Hauptbahnhofs das beste Angebot macht, schlage ich gerne zu“, sagt Wiesselmann.

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners freut sich über das Bekenntnis zum Standort Rheydt: „Es ist wichtig, dass die Polizei dort dauerhaft Präsenz zeigt.“ Er gehe davon aus, dass die EWMG sich an der Ausschreibung beteiligt. „Und sie wird ein Angebot machen, das das beste ist.“ Die Wache in der städtischen Immobilie hat aus Reiners’ Sicht zwei Vorteile: „Wir hätten einen guten Ankermieter für das Gebäude und mit der Polizeipräsenz mehr Sicherheit.“ Auch EWMG-Chef Ulrich Schückhaus sieht nur Vorteile: „Es ist völlig klar, dass wir uns bewerben werden.“

Zuletzt hatten sich parteiübergreifend Politiker dafür stark gemacht, dass die Polizei in den Hauptbahnhof zieht: So der CDU-Landtagsabgeordnete Jochen Klenner, der Sprecher seiner Fraktion im Ausschuss des landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) ist, der wiederum auch für die Polizei-Liegenschaften zuständig ist. Grünen-Fraktionschef Karl Sasserath hat sich ebenso dafür eingesetzt wie Bezirksvorsteherin Barbara Gersmann (SPD).

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