Nach dem Feuer im Krankenhaus Maria Hilf Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung

Update | Mönchengladbach · Bei einem Brand im Krankenhaus Maria Hilf sind in der Nacht zu Dienstag zwei Menschen schwer und fünf leicht verletzt worden. Löste eine brennende Zigarette das Feuer aus?

Einsatzortz war das Krankenhaus Maria Hilf an der Viersener Straße. (Archivfoto)

Einsatzortz war das Krankenhaus Maria Hilf an der Viersener Straße. (Archivfoto)

Foto: Bauch, Jana (jaba)

Nach einem Feuer im Krankenhaus Maria Hilf mit sieben Verletzten ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung. Das teilte eine Polizeisprecherin am Dienstag, 27. Februar, mit.

Die Feuerwehr war am Montag, 26. Februar, zur Viersener Straße ausgerückt. Gegen 23.30 Uhr hatte die automatische Brandmeldeanlage der Klinik Alarm ausgelöst. Als die ersten Einsatzkräfte bereits auf der Anfahrt waren, erhielt die Leitstelle zusätzlich einen Anruf aus dem Maria Hilf. Gemeldet wurde, dass in einem der Patientenzimmer ein Brand ausgebrochen sei und der Rauch sich bereits auf der Station ausgebreitet habe. Daraufhin wurden sofort weitere Einsatzkräfte von der Feuerwehr angefordert.

Pflegekräfte hatten laut dem Krankenhaussprecher bereits beherzt eingegriffen und erste Löschversuche unternommen. Dennoch mussten Feuerwehrleute zwei Männer aus dem brennenden Patientenzimmer retten. Zusammen mit dem Krankenhauspersonal wurde die Station S3 im dritten Obergeschoss evakuiert. Betroffen waren 30 Patienten.

Alle Personen wurden gemeinsam durch Kräfte des Krankenhauses und der Feuerwehr gesichtet und versorgt. Ein Patient aus dem Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen war, erlitt laut Einsatzleiter Erik Gribkowski schwere Verbrennungen und musste in eine Spezialklinik gebracht werden. Der Zimmergenosse hat sich eine Rauchgasvergiftung zugezogen und muss ebenfalls intensivmedizinisch betreut werden. Lebensgefahr bestehe derzeit nicht, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagnachmittag.

Die weiteren Patienten der betroffenen Station wurden auf andere Zimmer im Haus verteilt und dort betreut, fünf von diesen Patienten wurden leicht verletzt.

Der Brand konnte schnell gelöscht werden und blieb auf einen kleinen Bereich im Patientenzimmer begrenzt. Durch den Brandschaden blieb die Station zunächst bis auf Weiteres geschlossen. Doch nach intensiver und umfänglicher Reinigung konnte sie bereits um 10.30 Uhr wieder genutzt werden. Das Brandzimmer blieb für Untersuchungen der Polizei zunächst versiegelt und verschlossen.

Die Ermittlungen zur Brandursache übernahm das zuständige Kriminalkommissariat 11. Am Morgen hatte ein Sprecher der Polizei gesagt, dass eine brennende Zigarette den Brand ausgelöst haben könnte. Abgeschlossen seien die Untersuchungen aber noch nicht. So müsse unter anderem noch der Mann mit den Verbrennungen angehört werden. Er sei aber laut Polizeisprecherin noch nicht vernehmungsfähig, und es sei auch noch nicht abzusehen, wann sich diese Situation ändert.

Ebenfalls eine brennende Zigarette war der Auslöser für ein Feuer im Krankenhaus Bethesda im August 2019. Als in der Nacht zum 16. August gegen 1 Uhr der Feueralarm in der Klinik ausgelöst worden war, eilte die Nachtschwester auf der zehnten Etage in ein Patientenzimmer. Das einzige belegte Bett darin mit einem 51-jährigen Mann stand in Flammen, als sie die Tür öffnete.

Alle Löschversuche der Schwester und der diensthabenden Ärztin mussten abgebrochen werden. Der Patient starb. Er hatte im Bett geraucht, obwohl er an einem Sauerstoffgerät hing, wie sich später herausstellte.

(gap/ldi/dpa)
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