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Mönchengladbach: Polizei achtet verstärkt auf E-Scooter

Mobilität in Mönchengladbach : Polizei nimmt E-Fahrzeuge ins Visier

Dürfen E-Scooter auf der oberen Hindenburgstraße fahren, oder dürfen sie nicht? Darüber wurde sogar bei der Polizei gerätselt.

Elektrische Klein- und Kleinstfahrzeuge erobern gerade auch Mönchengladbachs Straßen. Doch weil sie so neu sind, gibt es oftmals Irritationen, Verwechslungen und manchmal auch Ärger.

Leih-E-Scooter von Tier an der Hohenzollernstraße. Foto: Andreas Gruhn

Was zählt alles zu elektrischen Kleinstfahrzeugen? Der Segway gehört genauso dazu wie die elektrischen Tretroller, die man nicht treten muss. Sie könnten also eigentlich E-Roller heißen. Doch mit E-Roller werden in der Regel eher die Fahrzeuge bezeichnet, auf denen man auch sitzen kann. Sie ähneln Vespas oder Mofas, weshalb sie meistens auch nach der Mofa-Richtlinie zugelassen sind. Alleine bei E-Kleinstfahrzeugen listet das Kraftfahrtbundesamt 27 Typen.

Der Leih-Wheesy-Roller fährt bis zu 45 km/h und hat eine Reichweite bis zu 150 Kilometer. Foto: new

Gelten für E-Tretroller-Fahrer die gleichen Rechte wie für Fahrradfahrer? Als Faustregel könnte das gelten. Denn für E-Tretroller- oder E-Scooter-Fahrer gilt vieles, was auch für Radfahrer gilt. So dürfen beide auf Radwegen fahren. Für das Abstellen von Elektrokleinstfahrzeugen gelten ebenfalls die gleichen Parkvorschriften. Aber es gibt auch Ausnahmen, was genauso zu den Irritationen beiträgt wie die manchmal schwierige Unterscheidung zwischen Kleinst- und Kleinfahrzeug. Am 15. Juni 2019 trat deshalb eine Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung in Kraft.

Warum E-Scooter nicht auf der oberen Hindenburgstraße fahren dürfen? Das ist eine der Regeln, die in der Verordnung steht. Das Fahren auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung sind für die kleinen E-Roller verboten – außer das Befahren wird durch das Zusatzzeichen „E-Scooter frei“ erlaubt. Wichtig: Das Zusatzschild „Radfahrer frei“ gilt hier nicht für die Fahrer von Elektrotretrollern. Die obere Hindenburgstraße ist als Fußgängerzone ausgewiesen. Es gibt zwar den Hinweis, dass Radfahrer erlaubt sind. Das Schild „E-Scooter frei“ fehlt aber. Die Polizei will auf der Hindenburgstraße jetzt vermehrt kontrollieren.

Dürfen E-Scooter schneller als 20 km/h fahren? Nein. Was E-Tretroller nicht dürfen, dürfen aber E-Roller. Und beide Typen ähneln sich manchmal. Sascha Siebenhaar fährt einen Scuddy-Premium, auf dem man wie auf einem Tretroller stehen kann. Aber sein Elektrofahrzeug fährt bis zu 45 km/h. Der 27 Kilogramm schwere Scuddy, der eine Reichweite bis zu 70 Kilometern hat, hat eine Lenkstange und kann mit wenigen Handgriffen zusammengeklappt werden. „Ich werde ein- bis zweimal in der Woche von der Polizei angehalten, weil sie denkt, mein Fahrzeug sei zu schnell“, sagt Siebenhaar. Das Missverständnis kann der Scuddy-Vertriebspartner aus Mönchengladbach mit seinen Papieren zwar schnell ausräumen, dennoch ärgert ihn das, weil sein Scuddy gar nichts mit einem Elektrokleinstfahrzeug zu tun hat, sondern eine Straßenzulassung nach der Mofa-Richtlinie hat.

Plant die Stadt Sonderregeln für E-Tretoller wie Düsseldorf? Als eine der ersten Städte in NRW will Düsseldorf eine „Sondernutzungserlaubnis“ für E-Scooter durchsetzen. Vorgesehen sind zahlreiche Regeln – darunter Parkverbote in Parks und Fußgängerzonen. In Mönchengladbach steht so etwas noch gar nicht zur Diskussion. Dafür ist das Thema noch zu frisch.