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Mönchengladbach: Politik und Medien diskutieren über „Fake News“ in Gesamtschule Hardt

Debatte in Mönchengladbacher Schule : Politik und Medien diskutieren über „Fake News“

Unter anderem Landtagspräsident André Kuper war zu Gast bei der Podiumsdiskussion in der Gesamtschule Hardt – der Auftakt einer neuen Gesprächsreihe.

Die Podiumsdiskussion in der Gesamtschule Hardt, moderiert von Michaela Rensing vom WDR, verlief respektvoll, freundlich und zugewandt, was man von einigen Auseinandersetzungen in Internetforen oder auch in der Politik nicht immer sagen kann. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hatte am Montagabend rund um das Thema „Herausforderungen für Politik und Berichterstattung in Zeiten von ‚Fake News‘ und Social-Media-Filterblasen“ in die Gesamtschule Hardt eingeladen.

Es war die Auftaktveranstaltung zu der Reihe „Mönchengladbach im Gespräch“, wie Simone Habig, Leiterin des Regionalbüros Rheinland der Stiftung, in ihrer Begrüßung erläuterte. CDu-Landtagsabgeordneter Jochen Klenner,Schirmherr der Gesprächsreihe, betonte die Bedeutung der Erhaltung der Pressefreiheit. Informationen könne man kostenlos erhalten, aber die journalistische Aufbereitung, die zu einer fundierten Orientierung führe, habe ihren Preis.

Die sozialen Medien, führte Landtagspräsident André Kuper aus, seien zur fünften Gewalt im Staat geworden. Das Medium trage zur Meinungsvielfalt bei – in vielen Ländern sei dadurch erst eine Demokratie möglich geworden. Doch die Kehrseite: „Die Diskussionskultur ist rau, unbarmherzig, kompromisslos.“ Der Diskussionspartner werde zum Gegner, die Sprache verrohe. „Eine Chance wird vertan“, bedauerte Kuper, „statt zur Plattform werden die sozialen Medien zum Pranger.“ Die Frage sei, wie die Gesellschaft mit „fake news“ und Filterblasen umgehe. „Demokratie setzt Demokraten voraus“, so Kuper. Die Basis sei Information.

Auf der Bühne saßen nicht nur Vertreter der Politik. Horst Thoren, stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post, Lara Mund und Dorothée Vollmer vom Redaktionsteam der Schülerzeitung „Standpunkt“ diskutierten miteinander und mit dem Publikum. „Fake news“, so Thoren, „sind der Versuch einer Manipulation.“ Immer müsse man sich die Frage nach der zweiten Quelle stellen und hinterfragen, welche Interessen mit der falschen Meldung verbunden seien. „Wenn wir nicht eine zweite Quelle haben, geht die Meldung nicht raus“, stellte Thoren für die Rheinische Post klar. Leser, so haben Umfragen ergeben, erwarten von der Zeitung Orientierung und Bewertung von Fakten, eine klare Meinung.

Wie sie „fake news“ erkenne, lautete die Frage an Schülerin Lara Mund aus dem Redaktionsteam des „standpunkt“. Durch Hinterfragen und Vergleichen, so Mund. Lehrerin Dorothée Vollmer berichtete von einer Umfrage unter den Schülern, nach der diese sich ihre Informationen in erster Linie aus den öffentlich-rechtlichen Medien, an zweiter Stelle bei den Eltern und erst an dritter bei Youtube holen.

Ein Gast plädierte für die Einrichtung eines digitalen Papierkorbes, in dem alle Falschmeldungen und anonyme Kommentare landen. Ein anderer wünschte sich eine Diskussionskultur, in der man in Ruhe den Austausch von Standpunkten trainieren könne. Ein dritter stellte die Frage, wie man Alt und Jung zusammen bekomme – die, die mit dem Podcast operieren und die, die in der Kneipe diskutieren. Am Ende des Abends stand eine Idee: Vollmer war begeistert von einem generationen-übergreifenden Podcast. Thoren bot ihr spontan die Vermittlung einer Fachfrau zur Unterstützung an.