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Mönchengladbach: Pläne für Gästehaus am Hockeypark

Neubau in Mönchengladbach : Pläne für Gästehaus am Hockeypark

Seit mehr als eineinhalb Jahren laufen die Planungen für den Bau eines Gästehauses und zusätzlichem Hockey-Spielfeld. Jetzt dringt die Stadt auf eine Entscheidung vor dem Sommer. Fördermittel könnte es vom Land geben.

Die Entscheidung über den Bau eines Gästehauses und eines dritten Kunstrasen-Platzes am Hockeypark rückt näher. Zwar hat sich der Bund inzwischen aus der Finanzierung des Projektes zurückgezogen. Aber dafür ist das Interesse beim Land NRW groß, den Bau eines Hockey-Leistungszentrums im Nordpark zu fördern. Das sagte Sportdezernent Gert Fischer in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses. Man könne noch nicht ausdrücklich Ja oder Nein sagen. „Die Eckpunkte sind vereinbart, es würde ein dritter Platz entstehen sollen. Wir geben nicht auf, auch wenn sich die Kosten weiter entwickelt haben“, sagte Fischer. Derzeit liefen Gespräche zwischen Land, dem Deutschen Hockey-Bund (DHB) und der Stadt. „Dann könnte es gut sein, dass wir schon Anfang des nächsten Jahres mit der Baustelle starten können“, sagte Fischer, der Zeitdruck macht: „Sollten wir die Förder-Zusage von Land NRW erhalten, benötigen wir vor den Sommerferien die nötigen Beschlüsse.“

Details zu den Planungen waren bereits im Juli 2017 bekannt geworden. Der DHB würde gerne seine Nationalmannschaften in einem Leistungszentrum in Mönchengladbach trainieren lassen und braucht dazu auch ein Gästehaus. Die städtische Entwicklungsgesellschaft EWMG könnte mit Fördermitteln von Bund und Land einen solchen Komplex bauen und das Gästehaus an einen Betreiber verpachten, der wiederum vom Hockey-Bund als Hauptnutzer, aber auch von anderen Mietern profitiert. Damals hatte der Hockey-Bund noch darauf gehofft, dass sich die Nationalmannschaften auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio schon in Mönchengladbach vorbereiten könnten. Doch daraus wird nichts, dafür ruhte das Projekt zu lange. Immerhin werden Ende April erstmals seit langer Zeit wieder internationale Wettkämpfe im Hockeypark stattfinden, wenn Spiele der „Pro League“ im für die Weltmeisterschaft 2006 erbauten Stadion angepfiffen werden.

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Die Sportpolitiker in Mönchengladbach halten viel vom Bau eines Gästehauses mit drittem Hockey-Platz. „Das Land will das Zentrum an Ort und Stelle haben, es wäre fatal, wenn wir dem nicht folgen würden“, sagte Robert Baues, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Volker Küppers, sportpolitischer Sprecher der SPD im Rat, hält einen solchen Bau auch für eine mögliche Olympia-Bewerbung in NRW für das Jahr 2032 für wichtig. „Das ist eine Joker-Karte, die wir da haben“, sagte Küppers. Der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Boss, der auch Sportausschuss-Vorsitzender ist, nannte dies eine „gute, vernünftige und richtige Weiterentwicklung für unsere Stadt. Wenn wir uns in NRW für Olympia aufstellen wollen, dann ist es richtig, Hockey-Infrastruktur in Mönchengladbach weiterzuentwickeln.“

Baues, der auch Leiter der Sportschule Wedau in Duisburg ist, betont allerdings, der Bau eines Gästehauses müsse gut geplant sein, was mögliche Nutzer angeht. „Alleine vom Sport sind solche Einrichtungen kaum zu betreiben“, sagt Baues. „Ein Haus braucht Belegungszahlen, also müsste man einen Partner finden, mit dem ein Portfolio für Hockey und andere Nutzungszwecke erarbeitet wird.“ Die Belegungsmodalitäten sind aber wichtiger Bestandteil der Planungen, denn das Land will keinen Hotelbau, sondern ein Sporthaus fördern. „Wenn wir nicht die Rückzahlung von Zuschüssen riskieren wollen, dann müssen wir da eine gute Lösung finden.“

Unterdessen laufen weiter Gespräche über einen möglichen Kauf des Stadions durch die Betreiber-Gesellschaft von der EWMG. Michael Hilgers, Geschäftsführer des Betreibers, würde den Sparkassenpark gerne ganz übernehmen, um dort weiter zu investieren. Dann steht für die EWMG allerdings auch eine mögliche Rückzahlung von Fördermitteln an das Land im Raum.