Kulturelle Bildung an Schulen Wie das Projekt „Kulturkreisel“ funktioniert

Mönchengladbach · Um kulturelle Bildung direkt zu den Kindern zu bringen, testet die Stadt eine neue Form des Unterrichts. Wer am Pilotprojekt „Kulturkreisel“ beteiligt ist, und wie es ankommt.

 Die katholische Grundschule Untereicken beteiligt sich am neuen „Kulturkreisel“.

Die katholische Grundschule Untereicken beteiligt sich am neuen „Kulturkreisel“.

Foto: Leslie Brook

Die Grundschulen Waisenhausstraße, Mülfort, Untereicken und Pahlkestraße bekommen regelmäßig Besuch von Mitarbeitenden der Museen Abteiberg und Schloss Rheydt, des Stadtarchivs, der Musikschule und der Bibliothek. Seit Anfang des Jahres wird an diesen vier Grundschulen mit rhythmisierter Ganztagsbetreuung das Pilotprojekt „Kulturkreisel“ umgesetzt.

Die Stadt hat das Projekt ins Leben gerufen, um „neue und qualitätsvolle Angebote der kulturellen Bildung für die Offene Ganztagsschule anzubieten und kulturelle Einrichtungen der Stadt als außerschulische Lernorte zu profilieren“, so ist die Zielsetzung im Bericht an den Kulturausschuss formuliert.

Weil laut Stadt die städtischen Kultureinrichtungen aus Personalgründen keine Arbeitsgemeinschaften für die Dauer eines Schulhalbjahrs durchführen können und gerade am Nachmittag in den Kulturstätten selbst Programm ist, ist ein rollierendes System entwickelt worden: Jede Kultureinrichtung bietet vier Unterrichtsstunden (in vier Wochen). Nach Ablauf dieser vier Einheiten folgt eine andere Kultureinrichtung, sodass innerhalb von 20 Wochen alle fünf Einrichtungen einmal ihr pädagogisches Programm an der Schule vorgestellt haben.

„Die Rückmeldungen der Schulleitungen und Lehrkräfte, der Kultureinrichtungen und vor allem der Kinder sind überaus positiv“, sagte Kulturdezernentin Christiane Schüßler in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses. Die Arbeit ermögliche den Kindern, praktische Erfahrung mit kultureller Bildung zu machen, die in dieser Tiefe sonst nicht möglich sei. Schlüßler betont, dass sie aus dem Projektmodus heraus möchte und den Kulturkreisel „verstetigen“ möchte, heißt als feste Unterrichtseinheit an den Schulen, zunächst mit rhythmisiertem Ganztag, zu etablieren. Auch Natascha Stephan (FDP) hat nach eigenen Angaben bisher nur positive Rückmeldungen zum Projekt erhalten. Es wäre schön, wenn dieses Angebot an allen Grundschulen durchgeführt werden kann, sagt sie.

Jede Schule kostet der Kulturkreisel maximal 1000 Euro. Da jeder Klasse im rhythmisierten Ganztag pro Schuljahr 4000 Euro für externe Kooperationspartner zur Verfügung stehen, sind die Kosten gedeckt.

Ende des Schuljahrs soll das Projekt evaluiert werden und bei positivem Ergebnis im kommenden Schuljahr 2024/25 erneut durchgeführt werden. Dann um eine fünfte Grundschule, die GGS Heyden, ergänzt.

Schüßler erhofft sich außerdem einen sogenannten Klebeeffekt. Das Angebot in der Schule soll Kinder und Eltern motivieren, aus eigenem Antrieb die Kultureinrichtungen zu besuchen.