Mönchengladbach: Physikanten machen Lust auf Wissenschaft

Mönchengladbach : Physikanten machen Lust auf Wissenschaft

Der Initiativkreis Mönchengladbach hat eine spektakuläre und unterhaltsame Wissenschaftsshow in die Stadt geholt. Hunderte Grundschüler machten Experimente und waren begeistert.

Leandra ist schwer beeindruckt von der Show. Möchte sie jetzt Wissenschaftlerin werden? „Das ist gefährlich“, sagt die Grundschülerin und schüttelt den Kopf. Aber da hat sie sich von den Effekten ein wenig täuschen lassen. Gefährlich ist die Show der Physikanten nicht, aber spektakulär und eindrucksvoll. 450 Grundschulkinder gehen in der vollbesetzten Eickener Mehrzweckhalle mit, klatschen, jubeln, machen bei Experimenten auf der Bühne mit. Die Physikanten & Co, vom Initiativkreis Mönchengladbach in die Stadt geholt, bieten eine ganz besondere Wissensshow, die Spaß an den Naturwissenschaften vermittelt. „Ich hoffe, eure Köpfe qualmen hinterher vor Begeisterung“, sagt Schirmherr Sven Holtermann.

Am Ende steigt tatsächlich Qualm auf in der Mehrzweckhalle, aber der stammt vom abschließenden Experiment, bei dem riesige Wirbelringe durch die Halle schweben. „Wirbelringe beeindrucken alle, die Kinder und die Erwachsenen“, sagt Sascha Ott, der auf der Bühne den Professor gespielt hat. „Sogar Nobelpreisträger sehen gern zu, weil sie wissen, wie komplex das Phänomen ist.“ Die Physikanten sind auch schon im Deutschen Museum vor einer Versammlung von 50 Nobelpreisträgern aufgetreten.

In Mönchengladbach aber begeistern sie in zwei Vorstellungen ein Publikum von insgesamt 850 Grundschülern. „Wir haben alle Grundschulen der Stadt eingeladen“, sagt Peter Schlipköter von MGMG. Die meisten sind der Einladung gefolgt. „Wir haben uns gestern mit vielen Experimenten auf diesen Tag vorbereitet und sind nun mit der ganzen Schule hier“, sagt Lehrerin Andrea Dahmen von der Grundschule Hockstein.

Die quirligen Grundschüler können ganz leise sein, wenn sie dem als besonders gefährlich angekündigten Knallgas-Experiment folgen: Wasserstoff brennt in kleiner Flamme, und als durch den nachströmenden Sauerstoff ein Knallgasgemisch entsteht, macht es laut und eindrucksvoll „Bumm“. Der Assistent auf der Bühne, für den Comedypart der Show zuständig, fällt vor Schreck zu Boden, die Schüler kreischen. Für ein weiteres Experiment wird eine Schülerin auf die Bühne geholt. Sie bekommt ein mit Wasser gefülltes Glas in die Hand, das mit einem Bierdeckel abgedeckt ist. Sie drückt gegen den Bierdeckel und dreht das Glas über dem Kopf des Assistenten um, nimmt eine Hand weg – und siehe da, der Bierdeckel hält, obwohl das Glas auf dem Kopf steht. Dann ist sie dran: Funktioniert das auch, wenn man ein großes Glas und einen Luftballon zum Abdecken benutzt? Ja, auch das geht, und die mutige Schülerin darf trocken wieder im Publikum Platz nehmen.

Fünf weitere Wagemutige kommen auf die Bühne, um einen Stromkreis zu schließen. Die Physikanten demonstrieren, dass der Strom durch den menschlichen Körper fließt: Ein Handy, ein Kabel, ein Lautsprecher und fünf Kinder, die sich an den Händen anfassen und den Kreis schließen und schon ertönt Beethovens Ode an die Freude, immer wieder unterbrochen, wenn die Kinder sich loslassen, abgehakt, wenn sie sich abklatschen. Auch die übrigen Zuschauer werden ständig in die Show eingebunden, nach dem möglichen Ausgang eines Experiments befragt oder zum Klatschen animiert.

Zum Schluss lassen die Physikanten noch die Wirbelringe in großen und kleinen Variationen durch die Halle schweben, nach der herbeigerufenenen Zugabe sagt „Professor“ Ott: „Die nächsten Zugaben könnt ihr im Sachkundeunterricht bekommen. Dort könnt ihr selbst experimentieren.“

Und tatsächlich eignen sich auch einige der gezeigten Experimente zum Nachmachen. „Doch“, sagt Lehrerin Andrea Dahmen, „Mittels Plastikflasche und Wirbelringen die Kerzenflamme auslöschen, das könnte man nachmachen.“ Wissenschaft, die Spaß macht.

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