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Mönchengladbach: Phoenix-See in Dortmund ist Vorbild für Landschaftsbau im JHQ

Rheindahlen : Dortmunder Hügel am Phoenixsee ist Vorbild für das JHQ

Bis Mai soll klar sein, wie die Renaturierung und der Bau des Landschaftshügels aus Schutt im JHQ aussehen werden. Vorbild ist der Phoenix-See. Nach Verzögerungen bei der Vergabe könnten die Abrissarbeiten noch 2019 beginnen.

Der Blick ist vielversprechend: vom Kaiserberg über das Wasser, in die Stadt, und zur blauen Stunde in den Sonnenuntergang. So jedenfalls erleben es an guten Tagen die Besucher des Phoenix-Sees in Dortmund. Dort entstand im Stadtteil Hörde zwischen 2006 und 2011 aus dem früheren Stahlwerk Hermannshütte für 230 Millionen Euro ein Naherholungs- und Wohngebiet mit einem See und einer künstlich angelegten Halde am Ostufer. Dabei handelt es sich um ein Landschaftsbauwerk, wie es auch im JHQ entstehen könnte.

Die Planungen dazu laufen seit vergangenen Herbst beim zuständigen Büro „Landschaft planen und bauen“ in Abstimmung mit der Verwaltung. Es wird Mitte Mai eine erneute Planungswerkstatt gemeinsam mit der Stadt geben, wie Annette Pfennings, Konversionsbeauftragte der Stadt Mönchengladbach, im Planungs- und Bauausschuss mitteilte. Und sie nannte den Politikern die Landschaftsbauwerke und Renaturierungen am Phoenix-See als Beispiel dafür, was im JHQ entstehen könnte. Jedenfalls ist dasselbe Planungsbüro wie in Dortmund von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Eigentümerin des JHQ, mit dem Projekt beauftragt.

Ein Teil des insgesamt 471 Hektar großen Areals, das seit inzwischen rund fünf Jahren leersteht, wird renaturiert. Auf dieser Fläche, die im westlichen Teil liegt, soll in diesem Jahr nun der Abriss der Häuser beginnen. Eigentlich hatten die Bagger dort schon seit dem Sommer des vergangenen Jahres arbeiten sollen. Aber der Streit um die Vergabe der Abrissarbeiten verzögerte deren Beginn. „Ein nicht bedachter Bewerber hat eine Vergaberüge bei der Vergabekammer eingereicht, der stattgegeben wurde“, sagte Pfennings im Ausschuss. Dagegen wiederum klagte die Firma, die eigentlich den Zuschlag erhalten hatte. Am 11. April befasst sich das Oberlandesgericht mit dem Streit und trifft, so die Erwartung, eine Entscheidung. „Ich bin optimistisch und hoffe, dass die Abrissarbeiten noch in diesem Jahr beginnen werden“, sagte Pfennings.

Das ist auch wichtig für die weiteren Planungen. Denn das Landschaftsbauwerk nach Dortmunder Vorbild, eben der Hügel mit Aussichtsplattform, soll vor allem aus dem Schutt angelegt werden, der beim Abriss der Wohn- und Geschäftsgebäude anfällt. Dazu wird der Bauschutt untersucht und geeignetes Material zu einem Landschaftshügel modelliert. Der wird rund sieben Hektar groß sein und aus rund einer Million Tonnen Bauschutt bestehen. „Das Landschaftsbauwerk soll barrierefrei sein und nur für Fußgänger und Radfahrer zugänglich sein“, sagt Pfennings. Autos bleiben außen vor. In den Entwürfen, die bis Mai konkretisiert werden, sind auch Verbindungen an den Naturpark Maas-Schwalm-Nette im Nordwesten sowie in südliche Richtung in die Nachbarkommunen angedacht.

Auf rund 32 Hektar können in einer Erstaufnahmeeinrichtung des Landes perspektivisch bis zu 2000 Asylbewerber untergebracht sein. Derzeit sind es rund 1500 Plätze, die aber nicht immer alle belegt sind. Weitere 85 Hektar vermietet die Bima an die Polizei in NRW. Bis mindestens Juni 2028 will das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten dort Polizisten in den verlassenen Bauten des britischen Militärs Straßen- und Häuserkampf unter realistischen Bedingungen üben lassen. Der Vertrag ist inzwischen ausverhandelt, nur noch nicht unterschrieben.

Insgesamt wird es nach Angaben der Stadt wohl ungefähr zehn bis 15 Jahre dauern, bis alle Gebäude abgerissen sind. Mit rund 2000 Gebäuden, darunter 1400 Wohnungen, war das ehemalige Hauptquartier der britischen Streitkräfte in Rheindahlen eine komplette Kleinstadt für sich.