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Mönchengladbach: Pferderipper verletzt Stute auf Reiterhof

Schnittverletzungen im Genitalbereich : Tierquäler misshandelt Stute auf Reiterhof in Mönchengladbach

Ein Unbekannter hat am Montag eine Stute, die auf einer Wiese an den Holter Sportstätten stand, misshandelt. Das Tier erlitt eine Schnittverletzung im Genitalbereich. Die Polizei geht von vorsätzlicher Tierquälerei aus.

Stephanie Kaiser* (Name geändert)  erhielt die schlimme Nachricht am Montag um 12.41 Uhr. Eine Bekannte rief an und berichtete ihr, dass ihre Stute Calida verletzt worden sei. Blut laufe an ihrem Hinterbein herunter. Stephanie machte sich sofort auf den Weg zu ihrem verletzten Pferd und verständigte die Tierärztin. Die stellte eine frische Schnittverletzung im Genitalbereich der Stute fest. Stephanie Kaiser war schockiert, die übrigen Pferdebesitzer beim Reitverein  St. Martinus Beltinghoven sind es ebenfalls. Sie fragen sich: Wird der Täter es wieder tun?  Denn die Pferderipper-Fälle häufen sich. In 2017 und 2018 wurden in Mönchengladbach mehrere Tiere mit Schnitten – oftmals im Genitalbereich – verletzt. In 2019 und Anfang des Jahres gab es ähnliche Fälle im Umland.

26 Tiere stehen zurzeit auf dem Pferdehof in Rönneter. Morgens werden sie zwischen 7 und 8 Uhr auf die Weide gelassen, gegen Mittag wieder in den Stall geführt. So war es auch vorigen Montag. Ein Angestellter des Reiterhofs und Stephanie Kaisers Bekannte brachten die Tiere zurück. Da wurde das Blut entdeckt, das am Hinterbein des Tieres herunterlief. Die Tat muss also am helllichten Tag geschehen sein.

Die Tierärztin stellte später einen tiefen Schnitt und starke Schwellungen sowie Rötungen im Genitalbereich fest.  „Calida bekommt jetzt Schmerzmittel und ein Antibiotikum“, sagt Stephanie Kaiser. „Wir hoffen, dass alles wieder zusammenwächst und gut verheilt.“ Reiten kann die 30-Jährige ihre Stute zurzeit nicht. „Wir gehen nur ab und zu einmal eine kleine Runde.“ Dabei bemerkte die Pferdebesitzerin: Die 15-jährige Stute, die sonst zu zutraulich und gelassen ist, wird außerhalb des Stalls extrem aufmerksam. „Ich hoffe, dass sie keine weiteren Schäden von dem Vorfall zurückbehält.“ Die anstehenden Turniere in Vielseitigkeit und Springen hat Stephanie Kaiser alle abgesagt. Die Gesundheit ihres Pferdes geht vor.

Die Tiere auf dem Reiterhof werden erst einmal nicht mehr auf die Wiese geführt. Sie bleiben in Stallnähe, bis eine Überwachungsanlage angebracht ist, über die sich der Verein gerade Gedanken macht. „Wir werden auch Zettel an der Wiese aufhängen und Gassigänger bitten, aufmerksam zu sein und verdächtige Beobachtungen sofort zu melden“, sagt Stephanie Kaiser. Auch mit Anwohnern sei bereits Kontakt aufgenommen worden, berichtet Michaela Kellermann, die ebenfalls ein Pferd auf dem Hof hat.

Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Sie geht von einer vorsätzlichen Tierquälerei aus. Nach ersten Erkenntnissen muss der unbekannte Täter über den Zaun geklettert sein und die Weide betreten haben.

Es ist nicht das erste Mal, dass Pferde in Mönchengladbach von einem Unbekannten gequält wurden. Im Oktober 2018 war eine Stute auf einem Hof an der Hardter Landstraße mit einem Messer oder spitzen Gegenstand verletzt worden. In 2017 gab es gleich drei Pferderipper-Fälle in der Stadt. Und 2019 häuften sich ähnliche Taten im Umland.

Die Polizei sucht im aktuellen Fall Zeugen, die Angaben zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen machen können, die ihnen in diesem Bereich zur Tatzeit aufgefallen sind. Hinweise bitte an 02161 290.