Christ für einen Tag? Das Phänomen der vollen Kirchen an Heiligabend

Mönchengladbach · Viele Menschen, die sonst selten Gottesdienste besuchen, strömen am 24. Dezember in die Kirchen. Zwei Mönchengladbacher Pfarrer sprechen darüber, wie sie dieses altbekannte Verhalten bewerten und worin es wohl begründet liegt.

 Das Chorfenster von Ernst Jansen-Winkeln in St. Bonifatius (Hardterbroich) zeigt Christi Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige und die jubilierenden Engel. Das Fenster ist von 1948, aus wiederverwertetem Glas gefertigt und gehört zu den ältesten Kirchenfenstern der Stadt.

Das Chorfenster von Ernst Jansen-Winkeln in St. Bonifatius (Hardterbroich) zeigt Christi Geburt, die Anbetung der Heiligen Drei Könige und die jubilierenden Engel. Das Fenster ist von 1948, aus wiederverwertetem Glas gefertigt und gehört zu den ältesten Kirchenfenstern der Stadt.

Foto: Forschungsstelle Glasmalerei e.V.

Alle Jahre wieder… sind die Kirchen an Heiligabend rappelvoll. Jeder Sitzplatz ist besetzt, und wer keinen ergattern konnte, steht. Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele der Besucher an diesem Tag nicht zu denen gehören, die Woche um Woche den Gottesdienst begehen. Vielmehr sind es zum Großteil Menschen, die nur an einigen wenigen Tagen, teilweise nur an diesem Heiligen Abend, ein Gotteshaus besuchen. Das Phänomen als solches ist nicht neu. „U-Boot-Christen“ wurden diese Menschen früher (abfällig) genannt, weil sie nur an wenigen Tagen im Jahr „auftauchen“ und der Kirche sonst fern bleiben – zumindest körperlich. Aber ist das überhaupt verwerflich? Ist der teils schiefe Blick von der Seite auf diese Art Kirchgänger gerechtfertigt – und war er es jemals?