Mönchengladbach: Partys nach der Wahl

Nach der Europawahl : Wahl-Partys: Jubel bei den Grünen, Optimismus bei der FDP

Das Rudelgucken im Rathaus fiel aus. CDU und SPD verzichteten auf Partys. Dafür feierten Grüne und FDP – und hatten dafür auch Grund.

Im Nebenraum des  Rheydter Ratskellers ist nur noch der harte Kern der Liberalen vertreten, als endlich das Mönchengladbacher Ergebnis über den eigens aufgestellten Monitor flimmert. Es ist kurz vor 22 Uhr und Freidemokraten rund um Parteichef Jörg Buer und Alexander Winkens, den Mönchengladbacher Kandidaten für die Europawahl, sind auf ein halbes Dutzend geschrumpft. Die Laune ist bestens, obwohl das Ergebnis der FDP mit 7,1 Prozent  weit unter den knapp 14 Prozent bei den Wahlen zum Landtag und Bundestag vor zwei Jahren liegen. Aber es ist eben auch fast doppelt so viel wie bei der vergangenen Europawahl, als es nur 4,3 Prozent der Stimmen waren. Und wie immer liegen die Gladbacher Freidemokraten über dem Bundes- und Landestrend. Das reicht für reichlich Optimismus.

„In Eicken-Nord, meinem Wahlkreis, haben wir mit 8,4 Prozent stadtweit das beste Ergebnis“, betont Buer. Alexander Winkens ist etwas enttäuscht. „Ich habe mehr erwartet“, sagt er. Es hatte nur wenig gefehlt, und aus NRW wäre ein Parteifreund mehr ins Europaparlament gezogen. Zu fachlich habe man beim Klimaschutz argumentiert, mit den gespielten Themen Digitalisierung und Modernisierung habe man die Stimmung der Wähler nicht getroffen, heißt es selbstkritisch.

Selbstbewusstsein statt Selbstkritik. Das ist das Motto bei der Wahlparty in der Geschäftsstelle der Grünen. Immer wieder brandet Jubel auf, bei Sekt und Knabbereien analysiert man die Ergebnisse in Stadtteilen. Viele junge Mitglieder, deutlich unter 30 Jahren, sind dabei. In einigen Bezirken erreichen die Grünen um die 30 Prozent. „Ich denke, dass wir auch in Mönchengladbach den Zeitgeist mit unseren Themen getroffen haben“, sagt Parteichefin Anita Parker. „Sonst lagen wir immer unter dem Bundes- oder Landestrend, diesmal haben wir geschafft, den Trend umzukehren“, sagt Boris Wolkowski, Vize-Vorsitzender der Ratsfraktion.

FDP im Rheydter Ratskeller: Parteichef Jörg Buer (vorne M.) mit dem Europa-Kandidaten Alexander Winkens (r.). Foto: Denisa Richters

Sie sind sicher: Mit diesem Rückenwind haben die Grünen bei der Kommunalwahl 2020 auch in Mönchengladbach eine reelle Chance auf das Oberbürgermeisteramt. Entsprechend ernsthaft werde die Kandidatin oder der Kandidat ausgewählt. Weshalb sie innerhalb von zwei Jahren ihr Ergebnis fast vervierfacht haben, machen die Grünen an den Themen fest: „Es gibt eine Änderung in der Wahrnehmung der Menschen bei Klima, Natur und Energie“, sagt Boris Wolkowski.

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