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Mönchengladbach: Parken bald ohne Bargeld möglich

Parken : Gladbach will elektronischen Parkschein

Eine Online-Plattform bei der Stadttochter ParkenMG soll Autofahrer künftig über freie Parkplätze informieren und den Parkverkehr besser steuern. Noch in diesem Jahr gibt es eine Chipkarte, die Standzeiten und Bezahlung automatisch abwickelt.

Die Stadt Mönchengladbach soll das Parken von Autos im öffentlichen Raum revolutionieren. Das zumindest ist das Ergebnis des Antrags der großen Koalition aus der letzten Ratssitzung Anfang Juli. Das Rathaus soll nämlich prüfen, wie eine „digitale Internet-Parken-Plattform“, so der sperrige Begriff, entstehen kann. Mit Hilfe dieser Plattform soll der Parkverkehr besser gesteuert werden, denn sie bietet den Nutzern Informationen über freie Parkplätze und soll zur ticket- und bargeldlosen Abwicklung von Bezahlungen für die Parkzeit in der Stadt dienen. Diese Idee, wenn sie denn Realität wird, entspricht nach Parkuhren, Parkscheinautomaten und Handyparkticket einer vierten Revolution in der Parkraumbewirtschaftung in Mönchengladbach.

Dabei handelt es sich gar nicht einmal mehr um eine fixe Idee. Einen Teil dieses Auftrags will die städtische ParkenMG GmbH noch in diesem Jahr sogar umsetzen: nämlich das bargeldlose Bezahlen von Parkscheinen. Autofahrer sollen eine Chipkarte bekommen können, mit der sie in die Tiefgarage unter dem Rheydter Markt und ab Januar 2019 auch in die Tiefgarage Abteiberg ein- und wieder ausfahren können. Die Parkzeit wird automatisch erfasst und die Gebühr – je nach hinterlegter Bezahlart – vom Konto abgebucht. Das lasse sich auch auf andere Parkhausbetreiber in der Stadt ausweiten. „Wir werden die Chipkarte noch im Laufe dieses Jahres einführen“, sagte Lothar Backes, Geschäftsführer der ParkenMG, unserer Redaktion am Rande des „Smart City Forums“. Bei der Veranstaltung standen genau solche digitalen (also smarte) Innovationen im Mittelpunkt, die den Alltag in der Stadt mittel- bis langfristig verändern werden.

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Die Stadttochter ParkenMG arbeitet dafür mit dem Unternehmen Evopark zusammen, das diese Technologie bereits in vielen Städten Deutschlands einsetzt. Dabei handelt es sich um ein Kölner Start-up, an dem sich das Gladbacher Traditionsunternehmen Scheidt & Bachmann zu Jahresbeginn 75 Prozent der Anteile sicherte. „Ruhender Verkehr ist in den Städten bisher unbekannter Verkehr“, sagte Marik Hermann, einer der vier Gründer von Evopark, unserer Redaktion. „Wir wollen Parkverkehr besser kennenlernen und steuern, um so zu umfassendem Mobilitätsmanagement zu kommen.“

Und genau dies soll eine neue Plattform, wie sie die Ratsmehrheit wünscht, möglich machen. Diese Plattform soll Bestandteil einer Bürger-App sein, über die sich die Nutzer genau informieren können: Wo ist gerade ein Parkplatz frei? Auch Anwohnerparken und Carsharing ließen sich darüber etwa organisieren. „Zum Parkverhalten in Parkhäusern und umfriedeten bewirtschafteten Parkflächen gibt es kein übergreifendes Wissen“, heißt es in dem Antrag der großen Koalition. Neben dem Parkleitsystem gebe es bisher überhaupt keine Steuerungsmittel. Die ParkenMG GmbH soll Betreiberin dieser Plattform sein. Fürs erste hat Backes aber noch eine andere Idee: Der Parkverkehr zu Veranstaltungen im Nordpark (ob nun Spiele Borussias oder Konzerte) soll an das System mit der Chipkarte angeschlossen werden. So könnte der Verkehr viel schneller fließen, wenn nicht jeder Autofahrer bei einem Ordner erst ein Ticket kaufen müsste, sondern alles elektronisch und im Hintergrund erfasst würde. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Parkplätze ans Glasfasernetz angeschlossen werden.