1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Oldtimer-Räder dieses Mal die Attraktion

Im Junkers-Hangar : Alte Räder begeistern Oldtimer-Fans

Motor oder Muskelkraft: Liebhaber alter Schätzchen kamen beim „Fly & Drive“ im Junkers-Hangar auf ihre Kosten.

Es ist kurz vor zehn Uhr am Sonntagmorgen, und Thorsten Neumann ist bereits schwer beschäftigt. „Dann nehmen wir uns jeder noch eine Flasche Wasser, und dann geht es los“, gibt er das Kommando an seine Helfer. Draußen vor dem Hangar warten zu diesem Zeitpunkt schon die ersten Oldtimer. Rock‘n‘Roll klingt aus einem alten schwarz-weißen Dodge. Sein Besitzer ist ebenfalls in einem schwarz-weißen Anzug gekleidet. „Die ersten Oldtimer-Besitzer waren schon um sieben Uhr da“, erzählt Organisator Neumann. An die 300 Fahrzeuge werden über den Tag verteilt erwartet.

Dann gibt er das Zeichen, und die ersten Schätzchen rollen durch den Junkers-Hangar auf den Platz: Busse, alte Nutzfahrzeuge, ein Käfer, Motorräder. Plötzlich schwingt sich Gerd Jajschik auf sein Hochrad und mischt sich unter die Fahrzeuge. Denn dieses Mal kann man nicht nur motorisierte Oldtimer bewundern, sondern auch alte Fahrräder. Samt einer Börse, auf der man das ein oder andere Ersatzteil für sein Krad oder Rad bekommen kann. Hans-Josef Hoffmann und seine Frau Elfi sind da schnell fündig geworden. „Ich habe eine Betriebsanleitung für mein Motorrad von 1952 gefunden“, berichtet er: „Es ist gar nicht so einfach, so etwas noch zu bekommen.“

  • Mönchengladbach : Alte Autos und Retro-Radfahrer
  • Robin Haase ist am Sonntag für
    Gladbacher HTC in der Tennis-Bundesliga : Zur Meisterprüfung nach Mannheim
  • Gegen den FC Oberneuland waren in
    Inzidenz in Mönchengladbach : Was die steigenden Corona-Zahlen für Borussias Spiel gegen Bayern bedeuten

Das Hochrad von Gerd Jajschik dürfte in der Reihe das Älteste sein. Es stammt aus dem 18. Jahrhundert, erzählt Jürgen Frommhold. Der Mönchengladbacher Fahrrad-Sammler stellt in diesem Jahr viele Räder aus den 1950er Jahren vor. „Das ist mein Geburtsjahr“, sagt er und lacht. „Für diese Räder bekommt man noch gut Ersatzteile. Ich habe ungefähr 50 Räder zu Hause. Es ist erstaunlich, wie viele junge Menschen sich für diese alten Räder begeistern.“ Mike Gürgens ist auch noch relativ neu in der Szene. „Ich bin seit drei Jahren dabei. Ich habe mich jetzt auf Bismarck-Fahrräder spezialisiert“, erzählt er und präsentiert stolz ein Rad mit Zweigang-Getriebe. „Auf diese spezielle Schalttechnik hatte Bismarck das Patent“, erklärt er.

Mehr PS haben die Zweirräder von Bruno Vogel und seinen Kollegen von den Moped- und Motorradfreunden aus Duisburg und Umgebung zu bieten. Begeistert geht er durch die Reihen und betrachtet die Motorräder seiner Begleiter. „Das ist zum Beispiel eine von der Firma Puch aus Österreich. Die hat einen extra großen Zylinder, damit die Maschine auch mit zwei Personen jeden Berg hochkommt“, erzählt er.

Der Strom reißt nicht ab. Immer wieder kommen neue Oldtimer und werden von den Zuschauern bewundert. Da kann sich auch schon einmal eine Schlange bilden. Doch Jochen von Gehlen weiß sich mit seinem alten Feuerwehrwagen zu helfen: Er lässt kurz die Sirene heulen. „Das Fahrzeug ist Baujahr 1981. Wir haben ihn auf einer Auktion gekauft und benutzen ihn heute als Ferienmobil. Rechts und links kann man Markisen anbringen. Dann kommen hinten Matratzen rein zum Schlafen“, erzählt er.

Der Opel-Olympia aus dem Jahr 1937 von Michael Coersten ist ein echtes Promiauto. „Da ist Iris Berben mit gefahren“, sagt er sichtlich stolz und zeigt auf das Autogramm auf der Armatur: „Allzeit Gute Fahrt! Iris Berben. Das steht da. Die Schauspielerin nutzte das Auto für den Film ,Sternstunde ihres Lebens‘. Ein Bekannter hat mich darauf aufmerksam gemacht“, berichtet Michael Coersten. Der Wagen war eine Erbschaft, stand lange in einer Scheune. „Ich habe ihn dann in Eigenregie wieder hergerichtet“, fügt er hinzu.

Das blieb nicht der einzige Auftritt des Opel-Olympia bei einem Film. Auch für die Verfilmung von Erich Kästners ,Die Deutschstunde’ wurde der Opel angefragt. Coersten: „Leider sieht man ihn im Film dann nicht. Das ist schon schade.“