Mönchengladbach-Odenkirchen: Demos verlaufen friedlich

Proteste gegen rechte Kundgebung: Demos in Odenkirchen verlaufen friedlich

350 Rechtspopulisten und 250 Gegendemonstranten standen sich am Samstag im Zentrum Odenkirchens gegenüber. Die Demonstrationen verliefen friedlich.

Die Gegendemonstranten sammeln sich schon ab elf Uhr auf der Odenkirchener Burgfreiheit. Das Bündnis "Mönchengladbach stellt sich quer" hatte dazu aufgerufen, angesichts der von der Bewegung "Wir sind das Volk" angemeldeten Kundgebung Flagge zu zeigen für ein "buntes und menschenfreundliches Mönchengladbach". Auch vor der evangelischen Kirche versammeln sich Menschen. Die christlichen Gemeinden haben zu Friedensgebeten eingeladen. So kommt es, dass um zwölf Uhr mit dem Beginn der rechtspopulistischen Kundgebung erst einmal minutenlang nur die Kirchenglocken zu Wort kommen.

Fünfhundert Teilnehmer hatten die Veranstalter der Kundgebung "Wir sind das Volk" erwartet, rund 350 sind nach Angaben der Polizei gekommen. Mit Deutschland- und DDR-Fahnen, mit Transparenten, die Angela Merkel hinter Gittern zeigen, und Deutschland-Hüten zeigt sich die gemischte Teilnehmerschaft, die von Familien rechts der Mitte über Rechtspopulisten bis hin zu Rechtsextremen reicht. Teilweise reisten sie aus dem ganzen Bundesgebiet an. Auch die Redner bedienen das ganze Spektrum: Während einerseits von den Grundrechten und der demokratischen Grundordnung gesprochen wird, fordern andere eine Revolution, beschimpfen die Medien und rufen zum Widerstand gegen "das System" auf.

"Ich will Farbe bekennen"

Die Gegendemonstranten, die dem Aufruf des Bündnisses "Mönchengladbach stellt sich quer" gefolgt sind, wollen sich gegen rechte Tendenzen stellen. Torben Schultz von den Linken, der die Gegen-Veranstaltung angemeldet hat, sagt zur Eröffnung: "Wir stehen hier für ein buntes Mönchengladbach." Er hat bereits bei der Polizei Strafanzeige gegen ein Plakat der Gegenseite erstattet, auf dem von "Streichelnegern" die Rede ist. "Das zeigt, dass unter den rechten Demonstranten knallharte Rassisten sind", sagt Schultz.

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"Ich will Farbe bekennen", sagt eine Teilnehmerin der Gegendemo, die mit der ganzen Familie gekommen ist. Sie sei entsetzt, dass es in Odenkirchen eine solche rechte Kundgebung gebe, fügt ihre 75-jährige Mutter hinzu. "Ich gehöre noch zu einer Generation, die die Auswirkungen des Dritten Reichs erfahren hat", erklärt sie ihr Engagement.

Eine weitere Gruppe von Gegendemonstranten hat sich vor der Kirche versammelt und wartet auf den Beginn des Friedensgebets. "Wir wollen Flagge zeigen", sagt Pfarrerin Angelika Raff. "Wir stehen ein für Liebe, Frieden und Miteinander." Dabei verteilt sie entsprechende Anstecker. Und deshalb läuten die Glocken nicht nur um 12 Uhr zum Beginn der Andacht, sondern auch gegen 12.45 Uhr zum Ende. Eine Tatsache, die die Organisatoren der rechtspopulistischen Kundgebung verärgert und mit einer Klage drohen lässt.

Die rechtspopulistischen Demonstranten setzen sich dann zu einem Demonstrationszug in Bewegung, der schließlich am Kreuzweiher endet. Alles bleibt friedlich, das Konzept der Polizei, die mit starken Kräften vor Ort ist und für eine strikte Trennung der Gruppen auf dem kleinen Platz im Zentrum Odenkirchens gesorgt hat, ist aufgegangen.