1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: OB Reiners hält strengeres Kontaktverbot ist eine gute Lösung

Auswirkungen von Corona : OB Reiners: Strengeres Kontaktverbot ist eine gute Lösung

Mönchengladbach will die Rechtsverordnung des Landes umgehend umsetzen. Wer sich über die Anordnungen hinwegsetzt, soll hart bestraft werden.

Noch vor Bekanntwerden der Kontaktsperre am Sonntagnachmittag haben sich viele Menschen in der Stadt an die Aufforderung gehalten, zu Hause zu bleiben. Die Straßen, Parks und öffentlichen Plätze blieben am Wochenende weitgehend leer. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners begrüßte die Entscheidung von Bund und Ländern. Die von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet angekündigte Rechtsverordnung treffe den wesentlichen Punkt, nämlich Kontakte soweit wie möglich zu vermeiden.

„Endlich gibt es eine einheitliche Regelung, an der sich die Menschen orientieren können“, sagte Reiners. So werde auch das Wettrennen einzelner Kommunen, wer die besseren Maßnahmen in der Coronakrise ergreife, gestoppt. Der Oberbürgermeister: „Wir werden jetzt unmittelbar beginnen, die neuen Maßnahmen umzusetzen.“ Es sei auch gut, dass diejenigen jetzt hart bestraft werden, die meinten, sie können sich über die Anordnungen hinwegsetzen. „Der erhobene Zeigefinger reicht jetzt nicht mehr“, sagte Reiners.

Der Kommunale Ordnungs- und Servicedienst (KOS) war bereits am Samstag mit Unterstützung der Verkehrsüberwachung mit 16 Kräften unterwegs, um die von der Stadt beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus zu überprüfen, die jetzt noch einmal verschärft wurden. Der KOS stellte bei seinen Kontrollgängen fest, dass in Grünanlagen und Parks trotz guten Wetters deutlich weniger Menschen anzutreffen waren. In einigen Fällen half eine „klare Ansage“. Menschenansammlungen im größeren Stil wurden nicht registriert.

Kritik der Krankenhäuser Für Verärgerung hat der neue Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei den Krankenhäusern gesorgt. „Die Krankenhäuser werden für den Kampf gegen Corona hart bestraft“, kritisierte die St.-Augustinus-Gruppe, zu der das Krankenhaus Neuwerk gehört. Die angekündigten Finanzhilfen von 4,5 Milliarden Euro zur Pflegefinanzierung müssten wieder an die Kassen zurückgezahlt werden. „Mit dem Gesetzentwurf sendet der Minister das falsche Signal“, sagte Paul Neuhäuser, Vorsitzender der Geschäftsführung der St.-Augustinus-Gruppe. „Wir sind fassungslos über das Auseinanderklaffen von politischen Versprechen aus der vergangenen Woche und der im Gesetzesentwurf vorgesehenen Umsetzung.“ Die St.-Augustinus-Gruppe mit Kliniken in Neuss, Mönchengladbach und Krefeld haben ihre Kapazitäten auf Empfehlung der Politik um 40 bis 50 Prozent heruntergefahren. „Wir haben uns auf die Pandemie unter Hochdruck vorbereitet, auch, um Verhältnissen wie in Italien vorzubeugen. Die wirtschaftlichen Konsequenzen werden jedoch einseitig von der Politik auf die Krankenhäuser abgewälzt“, kritisierte Neuhäuser. Täglich würden die Kliniken aufgrund der geforderten Sofortmaßnahmen einen Verlust von 250.000 Euro einfahren Erstattet werden sollten lediglich 52.000 Euro am Tag, so Neuhäuser.

Kultur Wie große Teil der arbeitenden Bevölkerung sind auch die Niederrheinischen Sinfoniker ins Homeoffice gegangen. Wie das aussieht und klingt, wenn sie gemeinsam jeder von zu Hause aus musizieren, ist auf Facebook zu hören.