1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: OB-Kandidaten diskutierten am Sportplatz in Beckrath

Sportstättenentwicklung in Mönchengladbach : Talkrunde am Sportplatz Beckrath

Die OB-Kandidaten diskutierten längst nicht nur über die Sportstättenentwicklung. Denn der Abend zeigte, dass der vor wenigen Jahren neu gebaute Kunstrasenplatz auch Probleme mit sich gebracht hat.

Zeit für eine kurze Begutachtung des Kunstrasens in Beckrath blieb vor der Talkrunde noch. „Der Platz ist bestens in Schuss“, lobte Frank Boss (CDU), der vor knapp sechs Jahren in seiner Funktion als Vorsitzender des Sportausschusses auch bei der Eröffnung des Spielfeldes in Beckrath zu Gast war. Nun nahm er dort mit den anderen OB-Kandidaten Felix Heinrichs (SPD), Boris Wolkowski (Grüne), Stefan Dahlmanns (FDP) und Sebastian Merkens (Linke) an einer Gesprächsrunde zum Thema „Sportstättenentwicklung an den Standorten Beckrath und Mönchengladbach“ teil.

Eingeladen hatten dazu Sascha Horn und Hildegard Zettl, die Vorsitzenden jener beiden Vereine SV Wickrathberg und Blau-Weiß Wickrathhahn, die viel Lob für das gemeinschaftliche Kunstrasen-Projekt erhalten hatten und davon in den vergangenen Jahren sehr profitierten. Der Talk in der kleinen Halle des TV Beckrath zeigte aber auch, dass der Erfolg des Platzes viele Probleme mit sich brachte und diese auch in den Hintergrund rückte.

Zwar sollte die Diskussion das Thema Sportstätten in ganz Mönchengladbach umfassen, doch schnell stand die Situation in Beckrath im Fokus. Ausgehend von der unbefriedigenden Situation bei den Umkleiden, schilderten Vertreter des Heimatvereins, des TV Beckrath und der Feuerwehr, was sonst noch alles verbessert werden müsse: die Anfahrt zum Platz, die einzig über die enge Beckrather Dorfstraße führt, die schwierige Erreichbarkeit mit dem ÖPNV, die ungünstige Feuerwehrausfahrt und vor allem das Parkplatzproblem. „Wir gönnen beiden Klubs den Erfolg durch den neuen Platz. Doch wir Beckrather fragen uns schon, was wir davon haben“, sagte Frank Oellers, Vorsitzender des Heimatvereins.

Er habe beim Bau des Platzes nicht gewusst, welche Probleme es darüber hinaus in Beckrath gebe, sagte Boss und bot einen runden Tisch mit Vertretern aus dem Ort an. Wolkowski merkte an, dass künftig nicht nur der schöne Fußballplatz gesehen werden dürfe, sondern von Beginn an das ganze Drumherum berücksichtigt werden müsse. Zuvor hatte Merkens bereits betont, dass nicht immer nur das Augenmerk auf Fußballplätze gelegt werden dürfe: „Es gibt darüber hinaus viele kleinere Vereine, die nicht so gut vernetzt sind und nicht wissen, wie es weitergeht.“ Dem widersprach jedoch Boss, der auf insgesamt 80 Millionen Euro an Investitionen in den Sport und auch in die Breite in den vergangenen 15 Jahren verwies.

Bezüglich der aktuellen Probleme in Beckrath sagte Heinrichs: „Das ist komplex und nicht mal eben so zu lösen. Deswegen benötigen wir detaillierte Lösungen und kreative Prozesse, wenn es um Verkehrsplanung, innovative Mobilitätsformen und letztlich um Dorfgestaltung geht.“ Und Dahlmanns fügte hinzu: „Wir haben hier Vereine, die Ideen haben und an gemeinsamen Lösungen interessiert sind. Jetzt ist es an der Verwaltung, dafür ein offenes Ohr zu haben.“

Dass sich die Gesprächsrunde mitunter auch deutlich vom Thema Sportstättenentwicklung wegbewegte, war indes auch ganz im Sinne der Organisatoren. „Wir wissen um die Probleme, die unter anderem durch uns in Beckrath entstanden sind. Deswegen war es uns ein Anliegen, Bürger und Politiker hier zusammenzubringen“, sagte Sascha Horn.