Schulen in Mönchengladbach NRW-Bildungsministerin Feller verspricht Lösung für Lehrermangel

Mönchengladbach · Die CDU-Politikerin diskutierte bei der Mitgliederversammlung der Union in Mönchengladbach mit Vertretern der Schullandschaft über Defizite bei Schülern, Quereinsteiger als Lehrer und Hauptschulen.

NRW-Schulministerin Dorothee Feller (vorne) spricht bei der Gladbacher CDU: (v.l.) Petra Heinen-Dauber, Hans Peter Schlegelmilch, Jochen Klenner.

NRW-Schulministerin Dorothee Feller (vorne) spricht bei der Gladbacher CDU: (v.l.) Petra Heinen-Dauber, Hans Peter Schlegelmilch, Jochen Klenner.

Foto: Albuquerque Carlos (CA)

Die IQB-Studie über das Leistungsvermögen von Viertklässlern in NRW hat das Land aufgeschreckt: „NRW ist weit hinten, viele Grundschüler erfüllen die Mindestanforderungen nicht“, warnte Dorothee Feller (CDU), seit diesem Jahr NRW-Bildungsministerin, bei einem Besuch der CDU-Mitgliederversammlung in Mönchengladbach. An dem Austausch nahmen auch zahlreiche Vertreter aus dem Mönchengladbacher Bildungswesen teil, Lehrer, Schulleiter, Schülersprecher, Elternvertreter, aber auch Schuldezernentin Christiane Schüßler. „Wir müssen die Basiskompetenzen wieder besser meistern. Die Studie ist ein Alarmsignal“, sagte Feller.

Ihr Ministerium werde dazu im Dezember Ergebnisse vorstellen, wie trotz Lehrermangels eine bessere Unterrichtsversorgung gesichert werden soll. Lehrkräfte sollten überdies befähigt werden, Schülern digitale Kompetenzen beizubringen. Die Digitalisierung an Schulen werde aber niemals den Präsenzunterricht ersetzen. „Digitale Medien sind nur Mittel zur Unterstützung“, sagte Feller. Die CDU-Politikerin aus Dorsten kritisierte, Menschen aus benachteiligten Haushalten und mit Migrationshintergrund hätten noch immer schlechte Chancen auf Bildung. „Wir brauchen bessere Bildungschancen unabhängig von der Herkunft“, sagte Feller.

Der Rechtsanspruch auf einen Platz im offenen Ganztag (OGS) ab 2026 sei eine Anstrengung, aber Mönchengladbach gehe da mit gutem Beispiel voran. Nur dürften OGS-Angebote nicht die verlängerte Hausaufgaben-Betreuung sein, sondern müssten Jugendlichen echte Chance auf Teilhabe bieten. Feller warb zudem für die berufliche Bildung, also die duale Berufsausbildung. „Wir brauchen die Dichter und Denker, aber wir brauchen auch die Handwerker und Arbeiter.“

Petra Heinen-Dauber, schulpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, sagte, dazu brauche es in den Schulen auch das Personal: „Wir brauchen Quereinsteiger in den Lehrer-Beruf, man kann sie pädagogisch schulen.“ Ruth Reinartz von der Lehrer-Gewerkschaft GEW sagte: „Wir brauchen die Seiteneinsteiger, aber wir müssen sie vernünftig qualifizieren.“ Kinderärztin Renate Harnacke warnte, schon in der frühkindlichen Bildung müsste wesentlich mehr passieren. „Es werden zunehmend Kinder mit maßgeblichen Defiziten eingeschult.“

Zum Gladbacher Schulstreit, bei dem die auslaufende Auflösung der Hauptschulen Kirschhecke und Neuwerk trotz erfolgreichen Bürgerbegehrens für mehr Gesamtschul-Plätze beschlossen wurde, sagte Dorothee Feller, sie würde gerne den Schulfrieden fortführen. Die Ministerin sagte, dies sei auch eine Haltungsfrage: „Muss jeder Abitur machen? Er kann es, aber er muss es nicht.“ Sie sei großer Fan von Berufsbildungsschulen.

Thomas Cyganek, Leiter der Hauptschule Neuwerk, betonte, die Vielfalt in der Schullandschaft könne helfen, Defizite aufzufangen. „Und da gehört für mich die Hauptschule dazu.“

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