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Mönchengladbach: NPD-Gegner machen bei Facebook gegen Demo mobil

1. Mai in Mönchengladbach : NPD-Gegner machen bei Facebook gegen Demo mobil

Bundesweit trommeln die Neonazis um Teilnehmer für eine Großdemo in Mönchengladbach. Dazu werden noch Gegendemonstrationen kommen. Auf der Facebook-Seite "Mönchengladbach stellt sich quer" sammeln sich die Gegner.

Die rechtsextreme NPD wirbt im Internet für einen Aufmarsch am 1. Mai in Gladbach. In den kommenden Wochen soll landesweit mit Flyern, Mahnwachen und Informationsständen auf die Aktion hingewiesen werden. Die angekündigte Demonstration steht unter dem Motto "Wir arbeiten, Fremde kassieren - Asylbetrug macht uns arm".

Gladbacher Bürger sollen durch eine "großflächige Flugblattverteilung" über die Hintergründe der Demo sowie über die Ziele und Forderungen der NPD informiert werden. Obwohl eine große NPD-Demonstration angekündigt wird, sind nur rund 150 Teilnehmer für den Aufmarsch in Mönchengladbach angemeldet worden. Als Redner werden angekündigt: der NRW-Landeschef Claus Cremer, der Vorsitzende des NRW-Landesverbandes in Berlin Sebastian Schmidtke, die NRW-Landesjustitiarin Ariane Meise sowie der Mönchengladbacher NPD-Ratsherr Manfred Frentzen.

Gegendemonstrationen sind zu erwarten. Die Facebookseite "Mönchengladbach stellt sich quer" dient derzeit als Sammelstelle für diejenigen, die gegen "die Nazis" demonstrieren wollen. Ulas Zabci von "Die Partei" weiß mehr zu den Planungen einer Gegendemo: "Die Falken Mönchengladbach werden im Laufe des Tages eine Kundgebung am Bahnhof anmelden.

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Die Partei Mönchengladbach hat bereits eine Kundgebung am Eickener Markt unter dem Motto ,Nazis nach Neuschwabenland abschieben - ohne Jacken' angemeldet. Die Jusos planen ein Treffen aller Gruppen und Initiativen, die Interesse an Gegenaktivitäten haben. Das Bündnis Für Menschenwürde - gegen Rechtsextremismus plant ein Bündnistreffen für die Woche nach Karneval bzw. hat bereits dazu eingeladen."

Torben Schultz von der Linken: "Ich freue mich, dass wir so ein großer bunter Haufen sind. Das zeigt, dass wir in Gladbach gut aufgestellt sind." Das hohe ehrenamtliche Engagement zeige zudem, dass die Mehrheit der Gladbacher den Flüchtlingen gegenüber solidarisch eingestellt sei.

Auch der DGB plane viel für den 1. Mai. Frank Taufenbach von der DGB sagt: "Seitens der IG Metall findet die Kundgebung mit internationalem Familienfest am 1. Mai statt." Es soll auch eine Reihe von Anmeldungen für andere Plätze aus dem Gewerkschaftsbereich geben, frei nach dem Motto: "Kein Platz für Nazis". Wo die Demo des DGB stattfinde, halte sich dieser allerdings noch offen.

Der letzte große, öffentlich gewordene Auftritt der NPD in Mönchengladbach war am 21. Juli 2007. Da trafen sich 160 Teilnehmer an der Sophienstraße. Von den Gladbacher Bürgern gab es auch damals eine klare Absage an Rechtsextremisten. Es kamen 800 Gegendemonstranten.

Dass nun auch die Partei Die Rechte einen Aufruf zur Demonstration gestartet hat, sagt laut Schultz viel aus. "Dieser Schulterschluss zweier Kaliber, die sich sonst bekämpfen, zeigt, dass die NPD doch nicht so bürgerlich ist, wie sie oft wahrgenommen wird." Schließlich ist die Partei Die Rechte aus verbotenen Kameradschaften entstanden.

Zabci sagt abschließend: "Wir wünschen uns eine große, geeinte Demonstration. Wir hoffen, dass Mönchengladbach ein Zeichen setzen wird und den Nazis klar macht das sie hier nicht willkommen sind!"

(RP)