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Mönchengladbach: NEW Re baut Photovoltaik-Anlage wegen Unwirtschaftlichkeit ab

Solarenergie in Mönchengladbach : NEW Re baut Photovoltaik-Anlage wegen Unwirtschaftlichkeit ab

Durch das Ende des Förderanspruchs hätte das Unternehmen mit der Anlage Verluste gemacht. Für private Anlagenbetreiber gibt es in so einem Fall aber Alternativen.

Auf einem Wiesenstück an der Ecke Landscheidung/Johanna-Hölters-Straße ist seit Dezember wieder deutlich mehr Platz. Die NEW Re GmbH, NEW-Tochtergesellschaft für regenerative Energien, hat ihre Photovoltaik-Anlage, die dort mehr als 20 Jahre stand, abgebaut. Einen Anlagenersatz an gleicher Stelle werde es nicht geben, der Pachtvertrag für das Grundstück sei im Zuge des Rückbaus beendet worden, teilte das Unternehmen auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Abgebaut wurde die Anlage, weil die Erlössituation für die NEW ab dem 1. Januar 2021 negativ gewesen wäre. Grund ist die sogenannte Post-EEG-Regelung, diese kommt seit Beginn des Jahres bei Anlagen zum Tragen, die nach 20 Jahren den Förderungsanspruch nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) verloren haben und damit nicht mehr die ursprüngliche Einspeisevergütung erhalten. „Im Falle der PV-Anlage Landscheidung, bei der es sich um eine Freiflächenanlage ohne Eigenverbrauch-Regelung handelt, ist ein wirtschaftlicher Betrieb nicht darstellbar“, teilt die NEW mit.

Die PV-Anlage Landscheidung hatte eine Gesamtleistung von 50 kWp (Kilowatt Peak). Laut Energieversorger habe sich die gesamte Technik in den vergangenen 20 Jahren aber deutlich verbessert. Im Stadtgebiet betreibt die NEW Re keine weitere Freiflächenanlage, wohl aber eine Dachanlage mit 99 kWp. Im gesamten Versorgungsgebiet beträgt die Gesamtleistung ihrer Photovoltaik-Anlagen 3051 kWp. Das entspreche laut NEW dem Energiebedarf von rund 850 Standard-Haushalten im Jahr.

Mit dem Beginn der Post-EEG-Regelung wird es nun jedes Jahr Altanlagen geben, die das Ende des Förderzeitraumes von 20 Jahren erreichen. Laut NEW muss das aber nicht generell zum Rückbau führen. „Der Weiterbetrieb einer technisch einwandfreien PV-Anlage auf einem Wohnhaus, mit geregelten Eigentumsverhältnissen, kann in der sogenannten Eigenverbrauchsregelung durchaus Sinn machen“, teilt das Unternehmen mit. Die Überschusseinspeisung der Anlage könne von einem Direktvermarkter aufgekauft und vergütet werden. Gleichzeitig könne die PV-Anlage für den Leistungsbedarf im eigenen Haushalt genutzt werden.

Somit müssen private Betreiber solcher Anlagen künftig nicht zwangsläufig in die Röhre schauen, eine Neubewertung der Betriebssituation ist jedoch erforderlich. „Betreiber von Ü20-Anlagen können laut Gesetz beispielsweise ihren Strom weiter einspeisen und bekommen ihn zum Jahresmarktwert vergütet. Dieser errechnet sich aus den durchschnittlich an der Börse erzielten Vermarktungserlösen für Solarstrom“, teilt die NEW mit.