Mönchengladbach: NEW beliefert Kunden der insolventen Energycoop

Insolvenz von Energieunternehmen : NEW beliefert Energycoop-Kunden

Von der Insolvenz sind Hunderte Gladbacher betroffen. Die Fälle häufen sich.

Erneut hat die Insolvenz eines Energieversorgers dafür gesorgt, dass Hunderte Mönchengladbacher ohne Strom waren. Wie die Energiegenossenschaft „Energycoop“ mit Sitz in Osnabrück mitteilte, hat das Unternehmen bereits am vergangenen Donnerstag Insolvenz beantragt. Damit wurde auch die Lieferung von Strom und Gas an rund 43.000 Kunden bundesweit gestoppt. Betroffen davon waren auch einige hundert Mönchengladbacher.

 In diesem Fällen tritt der jeweilige Grundversorger als Ersatzlieferant auf. Das ist in Mönchengladbach die NEW. „Bis ein neuer Lieferant die Energieversorgung übernimmt, sorgt das örtliche Versorgungsunternehmen dafür, dass Betroffene nicht im Dunkeln und Kalten sitzen müssen. Allerdings landen sie hierbei zunächst in der Grundversorgung“, sagt Sebastian Dreyer, Leiter der Verbraucherzentrale in Mönchengladbach. Laut Ralf Poll, Geschäftsführer der NEW Niederrhein Energie und Wasser, zeige der Fall, wie wichtig bei der Auswahl des Energieversorgers dessen Bonität ist. „Wir raten den Verbrauchern, auf zuverlässige und seriöse Anbieter zu setzen, und sich nicht von Bonusversprechen in Vergleichsportalen locken zu lassen“, so Ralf Poll.

Seit dem vergangenen Jahr häufen sich die Insolvenzen im Energiemarkt. Allein 2018 mussten sieben Energieunternehmen Insolvenz anmelden, die im Wesentlichen über Vergleichsportale gewachsen sind. Erst im Februar meldete der Energie-Discounter BEV Insolvenz an, auch in diesem Fall sprang die NEW als Grundversorger ein. Betroffen waren sogar mehr als 7000 Gladbacher.

Das Prinzip funktioniert so: Energieunternehmen bieten in Vergleichsportalen extrem günstige Preise an und locken Kunden mit Boni für das erste Jahr. Im zweiten Jahr allerdings wird umso mehr draufgeschlagen. Erst dann werden solche Lockangebote allmählich profitabel. Wenn die Kunden aber rechtzeitig vorher kündigen und das Lockangebot des nächsten Anbieters wahrnehmen, bleibt das Unternehmen auf den hohen Kosten sitzen – und dies führt offenbar immer öfter in Zahlungsnöte.

Die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Mönchengladbach berät an der Bahnhofstraße 21. Telefon: 02166 3984101, Mail: moenchengladbach@verbraucherzentrale.nrw.

(angr)
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