Mönchengladbach: Neues Container-Dorf für die Feuerwehr

Erfolg nach Protesten : Neues Container-Dorf für die Feuerwehr

Mit Kuscheltierzoo und Gerätehaus aus Pappe hatten Feuerwehrleute auf marode alte Container an der Wache Stockholtweg aufmerksam gemacht. Jetzt gibt es Bewegung. Anfang Oktober werden hochwertige Container aufgestellt.

Zuerst machte ein Stofftier-Streichelzoo auf das Problem aufmerksam. Dann ein Gerätehaus aus Pappe. Und als sich schließlich Medien, Bürger und Politiker des Themas annahmen, war der stille Protest der Feuerwehr endlich von Erfolg gekrönt: Die unhaltbare Unterbringung der Einsatzkräfte an der Feuerwache Stockholtweg war Thema in vielen Gesprächen und Gremiensitzungen. Jetzt, ein gutes Jahr nach dem Aufbegehren, tut sich etwas auf dem Gelände, auf dem eigentlich längst ein gemauertes Gebäude stehen sollte. Und die cleveren Feuerwehrleute machen ihrer Genugtuung Luft mit einem netten Text, der laminiert am Bauzaun hängt. „Bitte gießen! Wache wächst noch“, heißt es da und macht darauf aufmerksam, dass der Neubau noch etwas klein geraten sei, er aber in den nächsten Jahren bestimmt wachsen werde – regelmäßiges Gießen vorausgesetzt. Oder wie man hier so schön sagt: „Man muss das Ganze gut am Kochen halten!“

Die maroden Leichtbau-Container, in denen die Feuerwehrleute im Sommer  schwitzten und im  Winter froren, sind verschwunden. Die Versorgungsanschlüsse für die neue Unterbringung sind gemacht, derzeit wird das Baufeld ausgemessen, Anfang Oktober werden neue Container aufgestellt. „Das sind richtige Wohn- und Bürocontainer, die eine andere Ausstattung haben als die bisherigen Arbeitscontainer“, sagt Gladbachs Feuerwehrchef Jörg Lampe. 16 Module wird es geben, die zweigeschossig aufgestellt werden. Geplant sind mehrere Einzelschlafplätze mit Dusche und Toilette, dazu die ebenfalls dringend erforderlichen Büroräume. Genutzt werden die Module von der Berufsfeuerwehr und von der Einheit Rheydt der Freiwilligen Feuerwehr.

Und auch der Feuerwehr-Neubau wird vermutlich bald umgesetzt. In der Sitzung der Bezirksvertretung Süd präsentierte Lampe eine Beschlussentwurf der Verwaltung, die noch Thema im am heutigen Mittwoch tagenden Umwelt- und Feuerwehrausschuss sowie im Planung- und Bauausschuss wird. Die Vorlage sieht eine Investition von mehr als 480.000 Euro vor. Die Summe ist dafür bestimmt, dass der Neubau auf den Weg gebracht werden kann. Das Gebäudemanagement will ein externes Planungsbüro beauftragen, einen Entwurf zu erarbeiten und das Bauprojekt zu betreuen.

Interessant ist trotz des jetzt guten Ausgangs die enorme Verzögerung. Aus dem Jahr 1997 stammt die Organisationsuntersuchung der Gladbacher Feuerwehr, der Brandschutzbedarfsplan wurde 2002 beschlossen, 2003 lag das Gesamtkonzept vor. Zahlreiche Projekte aus dem damaligen Maßnahmenpaket sind inzwischen realisiert. Die Neubauten für Rettungsdienst und für die Freiwillige aus Rheydt fehlen noch auf dem Gelände der Feuerwache Stockholtweg, ebenfalls die Sanierung der Hoffläche. Und an der Von-Groote-Straße ist das geplante Wachgebäude nicht umgesetzt. Wenn die große Lösung für den Stockholtweg umgesetzt wird, hat das ganz andere Dimensionen: Es sollen dann unter anderem 14 Einzelruheräume, Unterkünfte für externe Auszubildende, Spindtrakt, Küche, Aufenthaltsräume, Sportbereich und diverse Büros integriert werden. Auch eine Fahrzeughalle für den Rettungsdienst mit sechs Stellplätzen ist projektiert.

(web)