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Mönchengladbach: Neues Buch über Rheydter Stadtgeschichte

Buch aus Mönchengladbach : Neun Kapitel aus der Rheydter Stadtgeschichte

Ein Tor aus China, Notgeld, Honschaft Hohenberg – das sind einige der Themen, über die Hans-Jürgen Johnen ein Buch geschrieben hat.

Manche Dinge wollen gute Weile habe, manche Gedanken müssen reifen: Und so ist es schon fast 20 Jahre her, dass Hans-Jürgen Johnen über den Friedhof an der Nordstraße spazierte und das opulente Grab der Industriellenfamilie Froriep betrachtete. Dabei fiel ihm auch die 1897 geschaffene Bronzefigur des Künstlers Gustav Rutz ins Auge. Und weil Johnen dann feststellte, dass Werke von Rutz noch an anderen Stellen seiner Heimatstadt eine Rolle gespielt haben, begann eine Beschäftigung mit der Rheydter Historie. Die mündete vor zweieinhalb Jahren in die Idee, das gesammelte Wissen in einem Buch niederzuschreiben. Das ist nun fertig. „Rheydter Stadtgeschichten“ ist der Titel. Und sobald 300 Exemplare aus der Druckerei in Kleve nach Rheydt ausgeliefert sind, will Johnen das Werk über den Buchhandel und seine Internetseite vertreiben.

Das Buch behandelt in neun Kapiteln recht unterschiedliche Themen aus der Rheydter Stadtgeschichte. Da geht es beispielsweise um das Notgeld, das in der Stadt Rheydt, in Odenkirchen und Wickrath in den Jahren 1914 bis 1924 ausgegeben wurde. In Jahren rasender Inflation wurde der Wertverfall des Geldes immer irrsinniger. „Ende 1923 wurden die Löhne dreimal wöchentlich ausgezahlt, da das Geld so rasend schnell wertlos wurde. Eine Zwei-Pfennig-Münze aus Kupfer hatte einen Metallwert von 62.500 Mark und das Briefporto kostete damals zehn Milliarden“, schreibt Johnen.

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Andere Kapitel hat der gelernte Speditionskaufmann, der 2015 als Mitarbeiter im Rechnungswesen eines großen Unternehmens in den Ruhestand gegangen ist, beispielsweise der Geschichte der Rheydter Hirschapotheke, der Honschaft Hohenberg  und dem Schmölderpark gewidmet.

Kurios ist die Geschichte des Chinesischen Tors, das laut Johnen einst in der Nähe des Schmölderparks an der heutigen Einfahrt zur Straße „Am Katharinenhof“ stand. Der Rheydter Wilhelm Daniels war als Ingenieur von der Firma Siemens und Halske nach Shanghai geschickt worden. Um die Wende zum 20. Jahrhundert ließ er einen 10,50 Meter hohen und 8,75 Meter breiten steinernen Tor-Rahmen per Schiff aus China in die Heimat verfrachten und an der Johannesstraße, der heutigen Urftstraße, aufstellen. Schmiedeeiserne Tor-Flügel wurden dann in Rheydt gegossen. Das Tor ist verfallen, an der Einfahrt zur Straße „Am Katharinenhof“ deuten heute noch zwei alte Steine auf das ursprüngliche Fundament hin, schreibt Johnen.

Hans-Jürgen Johnen, Rheydter Stadtgeschichten, 164 Seiten, 235 Abbildungen, Hardcover, 21,90 Euro, erhältlich auch über  http://stadtgeschichte-rheydt.de