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Mönchengladbach: Neuer City-Seelsorger Simonsen ins Amt eingeführt

Neuer City-Seelsorger ins Amt eingeführt : In der Kirche etwas wagen

Nach mehr als vier Jahren Vakanz hat Mönchengladbach mit Christoph Simonsen einen neuen Cityseelsorger.

„Übernimm mal kurz“ habe Pater Wolfgang ihn aufgefordert, sagt Pastoralreferent Uwe Reindorf. Das sei vor 1517 Tagen gewesen. So lange hat er kommissarisch die City-Seelsorge in Mönchengladbach koordiniert. Nun aber hat das ein Ende. Nach mehr als vier Jahren wurde mit Christoph Simonsen ein neuer Cityseelsorger in sein Amt eingeführt. Das Schöne: der Neue ist eigentlich ein alter Bekannter. Simonsen war von 1984 bis 2004 Krankenhausseelsorger und leitete das Team, das für die Innenstadtkrankenhäuser zuständig war. Bis 2009 war er auch als Cityseelsorger tätig. Dann ging er nach Aachen.
Es ist also eine Rückkehr, die mit dem Einführungsgottesdienst am Freitagabend in der Citykirche gefeiert wird. „Ich freue mich, wieder in Mönchengladbach zu sein“, sagt Simonsen. „Ich komme nach Hause.“
Cityseelsorge ist ein Angebot, mit dem die Kirchen auf die Bedürfnisse von Menschen in den Städten reagieren. Citypastoral bedeutet ein Zugehen auf diejenigen, denen Kirche und christlicher Glaube fremd sind oder fremd geworden sind. Dazu werden andere Gottesdienstformen gewählt, Neues ausprobiert.. Es gibt Gesprächsangebote. Kunst, Musik und Ausstellungen bieten weitere Zugänge. In der Citykirche im Herzen Mönchengladbachs  ist ein ehrenamtliches Team aktiv. „Viele haben geholfen, die Arbeit am Laufen zu halten“, sagt Uwe Reindorf. Nun aber ist wieder ein hauptamtlicher Seelsorger vor Ort. Im Einführungsgottesdienst zeigte Simonsen auf, wie er sich die Arbeit in der Citykirche am Edmund-Erlemann-Platz, der alten Hauptpfarrkirche, vorstellt. Statt Mauern einengender Dogmatik zu errichten sei es nötig, den Menschen zuzuhören und  - genauso wichtig – ihre Meinungen und Ansichten ernst zu nehmen. „Diese Kirche“, sagt Simonsen und meint damit die Citykirche, „strahlt Freiheit aus. Hier kann man den Gedanken Raum geben und in der Kirche etwas wagen.“ Wer Gott finde wolle, müsse den Menschen suchen. Es gehe darum, Raum für alle zu bieten. „Eine Kirche, die ausschließt, kann nicht meine Kirche sein“, betont er vor den rund 100 Gottesdienstbesuchern. Einladend solle Kirche sein, vorurteilsfrei die Möglichkeit bieten, Talente zu entfalten und Träume zu verwirklichen.
Christoph Simonsen war bislang als Hochschulseelsorger in Aachen tätig und sein bisheriger Chef Pfarrer Rolf-Peter Cremer attestiert ihm viel Erfahrung, ein Gespür für Kunst und Gradlinigkeit sowie die Fähigkeit zum offenen Wort. Diese Fähigkeit zeigte der neue Cityseelsorger auch am Ende des Gottesdienstes, als er dazu aufrief, am nächsten Tag die Abschlussaktion von Maria 2.0, dem Kirchenstreik der katholischen Frauen, zu unterstützen.