Mönchengladbach: Neuer Busbahnhof wird ab 2021 gebaut

Abriss und Neubau : 16,5 Millionen Euro für neuen Busbahnhof in Mönchengladbach

Die Pläne für den Umbau des Europaplatzes sind jetzt etwas konkreter: Der neue Busbahnhof wird deutlich kleiner, Autoverkehr soll aber zum Mobilitäts-Hub dort komplett verschwinden.

Haus Westland könnte in einem Jahr Geschichte sein. Der Abriss der größten Ruine der Stadt soll im Frühjahr 2020 beginnen. Kurz darauf ist auch der Abriss des Busbahnhofs vor dem Hauptbahnhof geplant. Das sagte Baudezernent Gregor Bonin am Dienstagabend im Planungs- und Bauausschuss. Auf diesen Zeitplan hätten sich die Stadt, Investor Bema aus Düsseldorf und die NEW in einer Absichtserklärung verständigt, die alle Beteiligten unterzeichnet haben. Damit dürfte 2020 eine der größten Baustellen beginnen, die es jemals in dieser Stadt gegeben haben dürfte.

Die Bema-Gruppe plant an der Stelle von Haus Westland den Bau des Projekts „19 Häuser“. Ein neues Quartier mit Wohnungen, Geschäften und Gewerbe soll dort entstehen. Dieses Quartier rückt bis an die Linie der Hindenburgstraße heran. Der Busbahnhof wird sich also um rund die Hälfte verkleinern. Nur reicht das für einen funktionsfähigen Busbahnhof, den die Stadt gerne „Mobilitäs-Hub“ nennt? „Bisher hat der Busbahnhof 39 nicht-barrierefreie Haltestellen“, sagte Bonin. „Die sind im Betrieb nicht notwendig.“ Die NEW komme mit 27 Bussteigen aus, die dann auch voll barrierefrei sein sollen. Die Haltestellen finden dann aber nicht mehr alle unmittelbar vor dem Bahnhofsgebäude Platz, sondern sind zum Teil an der Sittardstraße, an der Goebenstraße und der Hindenburgstraße zu finden. NEW-Vorstand Frank Kindervatter sagte im Gespräch mit unserer Redaktion: „Natürlich hätten wir gerne mehr Platz gehabt, wenn man denn auch den ÖPNV ausdehnen möchte. Aber durch operative Veränderungen können wir das auffangen.“ Das heißt: Nicht immer fährt jeder Bus dann an demselben Bussteig ab, sondern muss mitunter auch mal ausweichen. Die Stationen an der Sittardstraße und der Hindenburgstraße sind etwa vor allem für Stoßzeiten mit viel Betrieb vorgesehen. „Es gibt jetzt die Gelegenheit, das gesamte Umfeld umzugestalten. Das ist ein Riesenschritt für Mönchengladbach“, sagte Kindervatter.

Visualisierung des möglichen künftigen Busbahnhofs: Unten ist das Bahnhofsgebäude, davor ein stark verkleinerter Busbahnhof. Oben im Plan sind die „19 Häuser“, deren Front bis an die Kante der Hindenburgstraße vorgezogen ist. Skizze: Stadt/NEW. Foto: Stadt MG

Der Autoverkehr soll komplett vom Europaplatz verschwinden, ebenso Taxis. Die sollen nur noch an der Rückseite am Platz der Republik Fahrgäste aufnehmen dürfen. Das war ein wesentliches Zugeständnis an die NEW. Felix Heinrichs, Aufsichtsratschef der zuständigen NEW Mobil und aktiv, sagte: „Das ist ein Riesengewinn. Diese Lösung stellt die Busplaner zufrieden.“ Die Grundstücke, die jetzt noch der NEW gehören, sollen dann an den Investor Bema verkauft werden. Das soll die EWMG der Stadt wohl übernehmen.

Gleichzeitig hat die NEW jetzt einen ersten Anplanungsantrag beim Verkehrsverbund Rhein-Ruhr gestellt, um möglicherweise Fördermittel für den Neubau eines Busbahnhofs zu bekommen. Der Höchstbetrag der Zuwendungen liegt Informationen unserer Redaktion zufolge bei gut fünf Millionen Euro. Die NEW kalkuliert mit einem Eigenanteil von knapp zwölf Millionen Euro. Darin enthalten sind auch Rückzahlungen von Fördermitteln für den alten Busbahnhof, der ja erst im Jahr 1999 gebaut worden war. Diese Rückzahlung beläuft sich auf rund 2,7 Millionen Euro. Unterm Strich könnte der neue Busbahnhof, oder eben Mobilitäts-Hub, ersten Schätzungen zufolge dann rund 16,5 Millionen Euro kosten. Nicht einkalkuliert sind die Kosten, die entstehen, weil zwei riesige Abwasserleitungen verlegt werden müssen. Wenn die Baustelle beginnt, muss jeder Abschnitt aufeinander abgestimmt sein: Abriss von Haus Westland und Busbahnhof, Interims-Nutzung als Busbahnhof, Verlegung von Leitungen, Neubau Busbahnhof und 19 Häuser.

Mehr von RP ONLINE