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Mönchengladbach: Nahkämpfer mit heilenden Händen

Was macht eigentlich? : Nahkämpfer mit heilenden Händen

Wenn der Atem dampft, das Wasser eiskalt ist, dann ist Kurt Brückers in seinem Element. Der 77-jährige Physiotherapeut fährt seit Jahrzehnten, oft auch zum Jahreswechsel, an die Nordsee zum Schwimmen bei Egmond aan Zee. Der frühere Bundeswehr-Nahkämpfer ist ein „harter Hund“ – und ein großer Menschenfreund.

Er hat Prominente  aus Gesellschaft und  Sport, vor allem aber  ganz normale Menschen fit gemacht für das Leben und den Wettkampf. Kurt Brückers, selbst seit mehr als einem halben Jahrhundert erfolgreicher Allround-Sportler aus Lürrip, behandelt nicht nur Muskeln und Sehnen, sondern auch die Seele, heilend und vorbeugend.

77  ist er inzwischen  und seit zwei Jahren Ruheständler - mit einem nach wie vor recht aktiven Leben. Jeder Tag beginnt für ihn immer noch mit seinem eigenen Fitness-Programm:  intensive Übungen mit dem  fünf Kilogramm schweren Medizinball, eine halbe Stunde Yoga, Meditieren, Bogenschießen, Training mit dem Deuserband  - und bewusste Ernährung natürlich. All das hält  gesund und fit, auch wenn die schmerzende Hüfte seine sportlichen Aktivitäten mittlerweile einschränkt. Doch der Sport tut gut:  „Ich habe immer noch mein Kampfgewicht  - 64 Kilogramm.“  So, wie damals bei der Bundeswehr, die ihn zum Nahkämpfer ausbildete, aber nicht als Berufssoldat gewinnen konnte.

Der mit 1,68 Metern nicht besonders große Mann vermittelt bei aller Quirligkeit Ruhe und Autorität. Erfolgreiche Leute aus  Wirtschaft, Politik, bildender Kunst, Show-Business, Ballett und Theater  haben ihm ebenso vertraut wie viele Sportler: Borussias Fußball-Profis mit ihren Trainern Hennes Weisweiler und Udo Lattek, Olympiasieger, Deutsche Meister,  prominente Tennisspieler und Golfer. Kurt Brückers selbst war  erfolgreich in vielen Sportarten: beim Fußball in Borussias D-Jugend (zusammen  mit Herbert Laumen), im  Schwimmen,  in der Leichtathletik als Fünfkämpfer mit einer 100-Meter-Bestzeit von 10,9 Sekunden, als Judoka, Ringer und Gewichtheber (Westdeutscher Junioren-Meister). Später dann als Tennisspieler und schließlich beim Golfen. Handicap 10 hat er da erreicht, so manches Turnier gewonnen, ist immer noch aktiv und begeistert – aber trotzdem nicht restlos überzeugt: „Technisch ist Golf das schwerste Spiel – aber für mich zu wenig Sport.“

An  Tennis und vor allem Golf hat er sehr lange für sich selbst nicht mal im Traum  gedacht:  „Ich war anfangs bettelarm, musste mir  das Studium selbst hart verdienen.“ Danach hat sich  im Beruf hochgearbeitet. Er hatte schon seine eigene  Massage-Praxis an der Neusser Straße, als er immer noch frühmorgens um vier die RP austrug und abends zur Fußpflege in Altersheime ging.

Eine ganz wichtige Rolle spielt für Kurt Brückers seit seiner Jugend  Yoga. Da geht es zwar nicht um Sekunden,  Zentimeter, Punkte oder Tore, gibt es keinen Leistungsvergleich. „Dennoch ist Yoga Sport. Und eine praktische, leicht verständliche Lebensanleitung“, sagt der Allround-Sportler. „Man lernt, sich zu beherrschen, sich selbst zu verwirklichen. Die Übungen vermitteln ein lebendiges Körperbewusstsein. Yoga ist ein Weg zur Gesundung ohne Kraftmaschinen und Pillen, zur geistigen und körperlichen Entspannung.  Man muss lernen, aus der Ruhe zur Anspannung zu finden.“

Zum Yoga hat Kurt Brückers  in den 50er Jahren beim Polizei-Sportverein M. Gladbach gefunden. Der Japaner Nagaoka trainierte dort die jugendlichen Judokas. Und er wies ihm den Weg zum Yoga. Jahre später, als staatlich geprüfter Physiotherapeut mit eigener Praxis, erhielt Brückers 1973  nach dreijährigerAusbildung (neben dem Beruf) von der Kneipp-Akademie in Bad Wörishofen die Berufung zum Yogalehrer. Hinzu kam dann noch seine die Begeisterung für den ZEN-Buddhismus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ausschnitte aus dem Leben des Mönchengladbachers Kurt Rückers