1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Nach Starkregen drohen weitere Gefahren

Feuerwehreinsatzbericht aus Mönchengladbach : Nach Starkregen drohen weitere Gefahren

Retten, löschen, bergen, schützen und obendrein noch Impfungen organisieren – Corona hat der Feuerwehr zusätzliche Aufgaben beschert. Wo die Schwerpunkte lagen und was die kommenden Jahre zum Problem werden könnte.

In der Einsatzleitstelle der Feuerwehr ist immer etwas los: Im Schnitt klingelt dort 244-mal das Telefon am Tag, wie Feuerwehrchef Dirk Schattka sagt. Brände, Notfälle, Gefahrenstellen... Die Gründe sind vielfältig. Im vergangenen Jahr kamen jedoch weitere Aufgaben hinzu. Und das wird auch in Zukunft so sein.

Genau 58.907 Einsätze hatte die Mönchengladbacher Feuerwehr im vergangenen Jahr, rund 5000 mehr als in 2020. 54.077-mal wurde der Rettungsdienst alarmiert. Bei 2121 Bränden wurden 43 Menschen gerettet, bei 2709 Hilfeleistungen gab es 281 Menschenrettungen. Außerdem wurden von den Feuerwehrmännern und -frauen 253 Tiere geborgen. Doch auch in Jahr 2021 beschäftigte die Corona-Pandemie die Freiwilligen- und Berufskräfte – nicht nur wegen der aufwendigen Infektionstransporte von Patienten mit Verdacht auf Covid-19.

Corona-Einsätze

Bis zum 30. September 2021 wurde das Impfzentrum in Nordpark unter der Regie der Mönchengladbacher Feuerwehr betrieben, wo 214.604 Menschen ihre Injektionen erhielten. Das waren zu diesem Zeitpunkt immerhin mehr als 60 Prozent aller im Stadtgebiet Geimpften. „Sechs Feuerwehrleute haben nichts anderes gemacht, als das Impfzentrum zu organisieren“, sagt Schattka. Die Feuerwehr organisierte auch die mobilen Impfteams, die immerhin 177 Einsätze hatten. „Auch da haben wir mehr als 2000 Arbeitsstunden eingesetzt“, so der Feuerwehrchef. Dazu kamen logistische und organisatorsche Aufgaben wie beispielsweise die Bereitstellung von Desinfektionsmitteln für Schulen, Dateneinspeisungen und Abrechnungen.

  • Das eingestaute Hochwasserrückhaltebecken Geneicken in Mönchengladbach
    Schutz vor Überschwemmungen in Mönchengladbach : Neues Niersbett soll bei Hochwasser helfen
  • Das Robert-Koch-Institut meldet am Mittwoch 49.141
    Corona-Zahlen aus Mönchengladbach (Mittwoch, 25. Mai 2022) : 314 Neuinfektionen – Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter
  • Nach dem Einsatz musste eine Beamtin
    Zwei Körperverletzungen in Mönchengladbach : Polizistin bei Einsatz verletzt

Unwetter-Einsätze

Alle erinnern sich noch an die Bilder der Jahrhundertflut, die ab dem 13. Juli 2021 verheerende Auswirkungen vor allem im Ahrtal hatte. Mönchengladbach wurde von diesem Unwettertief nur wenig getroffen. Am 13. Juli gab es keinen einzigen Starkregen-Einsatz für die Feuerwehr in der Stadt, am Folgetag gerade einmal 56. Viel prekärer war die Unwettersituation in Mönchengladbach dafür bei zwei Starkregen-Ereignissen im Juni. Vom 4. Juni, 20.19 Uhr, bis 5. Juni, 14.31 Uhr, rückte die Feuerwehr zu 295 Einsätzen in Sachen Unwetter aus. Vom 29. Juni, 19.39 Uhr, bis 30. Juni, 3 Uhr waren die Wehrmänner und -frauen 169-mal unterwegs. Im Krankenhaus Neuwerk war Wasser in den Technikraum eingedrungen, der Schockraum stand unter Wasser, die Notaufnahme musste gesperrt werden. Schattka: „Wir haben alleine zehn Stunden dort Wasser abgepumpt.“

An der L 390 wurde der Autobahnzubringer Neuwerk zur A 52 überflutet, weil wieder einmal eine benachbarte Pumpstation ausgefallen war. Dort blieb auch ein Rettungswagen stecken, der gerade mit einem Patienten von einem Unfall auf der Autobahn auf dem Weg ins Krankenhaus war. Der Patient und die Besatzung mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Beim Unwettertief „Bernd“ leistete die Mönchengladbacher Feuerwehr vom 13. Juli bis zum 3. August überörtliche Hilfe – in Erkrath, Wassenberg, Wupperta, Erftstadt und Ahrweiler. Eingesetzt wurde auch der psychosoziale Dienst, der sich um Menschen kümmerte, die Angehörige bei der Flut verloren hatten oder deren Häuser in Trümmern lagen.

Wie Schattka sagt, habe sich die Feuerwehr bereits vor zehn Jahren auf vermehrte Starkregen-Ereignisse vorbereitet und entsprechende Ausrüstung angeschafft. Die nächste Herausforderung liegt nach seinen Worten aber bei der Trockenheit. Auf die müsse man sich nun einstellen. Schattka: „Unsere Einsatzbekleidung für Wohnungsbrände ist nicht für Flächen- oder Vegetationsbrände geschaffen.“

Brand-Einsätze

Unter den 2021 Brandeinsätzen (inklusive Fehlalarmierungen) gab es im vergangenen Jahr neun Großbrände. Zwei Menschen starben. Schon gleich zu Beginn des Jahres, im Januar, brach ein Feuer aus, bei dem die Rauchsäule in vielen Stadtgebieten zu sehen war. Der Wohnungsbrand an der Färberstraße hatte sich in Windeseile auf die Nachbarhäuser ausgebreitet. Bis zu 90 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Verletzt wurde zum Glück keiner.

Anfang März starb ein Ehepaar bei einem Brand in einem Wohnhaus in Wickrathhahn. Im Keller hatte ein Gerät durch einen technischen Defekt Feuer gefangen, dadurch entstand ein Wasserschaden in den Nachbarhäusern. Das wiederum hatte einen Feuerwehr- und Polizeieinsatz ausgelöst. Dabei wurde auch das tote Ehepaar gefunden. Die Frau (81) lag regungslos im Flur, der Mann (88) im ersten Obergeschoss. Sie waren wahrscheinlich durch eine Rauchgasvergiftung gestorben.