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Mönchengladbach: Nach Clan-Streit Haftstrafe für Wurf von Molotow-Cocktail

Landgericht Mönchengladbach : Clan-Streit: Haftstrafe für Wurf von Molotow-Cocktail in ein Haus

Ein 24-Jähriger war bei Streitigkeiten zweier Familien mit einer Machete verletzt worden. Dafür wollte er sich an der Rheydter Familie rächen. Für den Wurf eines Molotow-Cocktails wurde er nun vom Landgericht verurteilt.

Ein 25-Jähriger ist wegen versuchten Mordes, versuchter Brandstiftung mit Todesfolge und einem Verstoß gegen das Waffengesetz am Mittwoch vom Landgericht Mönchengladbach zu fünf Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Sein 20-jähriger Schwager muss wegen Beilhilfe für vier Jahre in Haft. Der 25-Jährige war angeklagt, im Oktober 2019 einen Molotow-Cocktail in ein Haus in Rheydt geworfen zu haben.

In der Tatnacht schliefen elf Menschen in dem Wohnhaus, darunter sechs Kinder. Nur weil der Brandsatz nicht zündete, konnte ein Vollbrand des Hauses verhindert werden. Als Motiv für den Wurf einer mit Benzin gefüllten Flasche gab der Angeklagte Streitigkeiten zwischen seiner und der Familie an, die in dem Haus wohnt. Bei einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen den beiden Familien-Clans im Januar 2019 sei er von dem Familienvater aus Rheydt mit einer Machete schwer am Arm verletzt worden. Der Angeklagte erklärte, er habe der Familie zeigen wollen, dass er „sehr gefährlich“ sei und man „so nicht mit ihm umgehen“ könne. Er sei jedoch „zu keinem Zeitpunkt davon ausgegangen“, dass das ganze Haus abbrennen“ könne, da er lediglich eine Flasche mit angekokelter Lunte geworfen habe.

Diese Behauptung glaubte ihm die Kammer nicht. „Wie will man jemandem begreiflich machen, dass man gefährlich ist, wenn man eine nicht brennende Lunte wirft?“, so der Vorsitzende Richter Lothar Beckers in seiner Urteilsbegründung. Die Tat sei dermaßen lebensgefährlich, dass es blanker Zufall sei, wenn jemand sie überlebe. Daraus könne man den Rückschluss ziehen, dass dies den Personen egal sei. „Die wollten den Brand sehen“, so Beckers.

Zudem sah die Kammer die Mordmerkmale des gemeingefährlichen Mittels sowie der Heimtücke als gegeben an. Die in dem Haus schlafenden Pesonen seien arg- und wehrlos gewesen.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte für die beiden Männer aus Duisburg sieben bzw. fünf Jahre Haft gefordert. Sie sah die Tatvorwürfe durch die in der Hauptverhandlung ermittelten Beweise für den 25-Jährigen als bestätigt an. Den 20-Jährigen stufte das Gericht entgegen der Anklage als Mittäter ein. Die Tat sei gemeinsam geplant und auch durchgeführt worden.