1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Mönchengladbach: Muslime der Ahmadiyya-Gemeinde feiern Neujahrsfest im Westend

Neujahrsfest in Mönchengladbach : Muslime pflanzen Walnussbaum

Die Ahmadiyya-Gemeinde mit ihren rund 200 Mitgliedern bat zu einem Neujahrsempfang in das Jugendclubhaus Westend.

Das Jahr ist bereits weit im zweiten Monat, aber für Shamas Uddin Sadiq ist es ein guter Zeitpunkt, um zu einem Neujahrsempfang zu bitten. „Denn jetzt können wir einen Baum pflanzen“, sagte Sadiq. Er ist Vorsitzender der in Mönchengladbach und im Kreis Viersen beheimateten, 200 Mitglieder starken muslimischen Bewegung Ahmadiyya. Da die Räumlichkeiten im Kreis Viersen begrenzt seien, baten die Ahmadiyya-Mitglieder ins Jugendheim Clubhaus Westend.

Dort sang zunächst Imam Mahmood Malki eine Sure aus dem Koran, bevor die Gäste nach draußen gebeten wurden. Vor dem Jugendheim war bereits ein Loch ausgehoben worden, worin nun ein Baum gepflanzt wurde. „Die Betreuer haben sich einen Walnussbaum gewünscht“, berichtete Sadiq. Ghalib Sheik, Sprecher der Jugendorganisation der Muslim-Bewegung, erklärte: „Wir wollen damit auch nachhaltige Integration zeigen und dass wir in Deutschland Wurzeln geschlagen haben.“

Nach der Pflanzaktion und einem stillen Gebet kehrten die Gäste in den Saal des Jugendheims zurück. Dort überbrachten die Mönchengladbacher Integrationsbeauftragte Marion Blinten und ihre Kollegin Michaela Morschoven von der Integrationsplanung die Grüße des „terminlich verhinderten Oberbürgermeisters“. Beide dankten der Muslim-Bewegung, dass sie beim Gestalten der Stadtgemeinschaft positiv mitwirkten. Polizeihauptkommissar Thomas Staar, Kontaktbeamter muslimischer Institutionen im Kreis Viersen, betonte den freundschaftlichen Kontakt und lobte die tiefe Religiösität der Gemeinschaft.

In einem Film wurde die Arbeit der Muslime im vergangenen Jahr dokumentiert mit Hilfsaktionen in Afrika, einer neuen Moschee in Erfurt, dem Reinigen von Plätzen in Mönchengladbach am Neujahrstag und der Arbeit am Bekanntheitsgrad. Denn die Ahmadiyya-Gemeinschaft ist eine besondere Richtung in der Glaubenswelt der Buchreligionen. Während die meisten Muslime ebenso wie gläubige Juden noch auf den Messias warten, ist er bei Ahmadiyya im Jahr 1880 angekommen. Mirza Ghulam Ahmad gründete die Bewegung in Britisch-Indien, erklärte sich als der verheißene Messias und als Mohammad nachgeordneter Prophet. Für andere Muslime war das jedoch häretisch. Die Islamische Weltliga schloss 1976 die Ahmadiyya als „ungläubige Gruppierung“ aus dem Islam aus.

In Mönchengladbach und im Kreis Viersen gibt es keine Probleme mit den unterschiedlichen muslimischen Gemeinschaften, wie Kriminalhauptkommissar Willi Schinken sagte. Er ist Kontaktbeamter für muslimische Institutionen in der Vitusstadt. In Mönchengladbach gebe es 15 bis 20 einzelne Moscheevereine, sein Kollege Staar hat im Kreis Viersen sechs Moscheen gezählt.