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Mönchengladbach: Musik und Film mit Jugendsinfonieorchester im Autokino

Musik und Film in Mönchengladbach : Jugendsinfonieorchester auf der Leinwand im Autokino

Die Nachwuchs-Musiker der Musikschule spielten 2018 die Filmmusik zu Hollywood-Blockbustern, und auf der Leinwand gab es die passenden Originalszenen dazu. Einen Film dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit gab es jetzt im Autokino zu sehen.

Das Auto wird direkt vor den Pferdeboxen geparkt. Konzert in Zeiten von Corona: Die Zuschauer von „Movies in Concert“ stehen auf dem mit Autos gefüllten Stallgelände der Trabrennbahn. Auf der Leinwand des Starpac Autokinos sehen sie die Aufzeichnung einer einmaligen Kooperation zwischen Kinobetreiber und lokaler Musikschule: Das Jugendsinfonieorchester und Jugendblasorchester haben 2018 unter Leitung von Christian Malescov und John Kikken die Filmmusik zu Blockbustern wie „Star Wars“, „Der Herr der Ringe“, „Jurassic Park“ oder „König der Löwen“ gespielt. Für Kikken war es sein letzter Auftritt als Dirigent. 700 Karten wurden damals innerhalb von zwei Stunden verkauft. Markus Brinkmann vom Comet Cine Center hatte monatelang mit der Stoppuhr bei jeder Orchesterprobe gesessen und das Filmmaterial selbst geschnitten. 130 Musiker standen auf der Bühne. Auch Kamera, Schnitt und Tonqualität der Aufzeichnung sind nun erstaunlich professionell. Der Beifall an der Trabrennbahn ist wieder enthusiastisch, diesmal per Lichthupe, bei Szenenapplaus auch im Takt der Musik. Bei so viel Engagement verzeiht man, dass der dreistündige Abend definitiv zu lang war.

Zu Beginn tritt ein Solist von damals live auf: Rob Sure spielt in Cowboy-Montur auf der Mundharmonika das traurige Erkennungsmotiv aus „Spiel mir das Lied vom Tod“. Dieser klagende Ruf aus der Wüste passe sehr zu seiner Lage, sagt Sure: „Als arbeitsloser Musiker fühle ich mich aktuell wie ein einsamer Cowboy.“

„Spiel mir das Lied vom Tod“ ist eine halbe Stunde später ein Höhepunkt des Abends. Das Jugendsinfonieorchester spielt so spannungsvoll, dass man - genau wie später beim Jugendblasorchester – wieder einmal über das Niveau staunt. Marie Lina Hanke singt mit ihrer glasklaren, unschuldigen Stimme die wortlose Titelmelodie. „Diese überirdisch schönen Töne haben mich emotional echt angefasst“, sagt Ralf Greve, der für den Förderverein der Musikschule 1000 Euro annimmt und damit die Spenden des Kinos aus „Movies in Concert“-Erlösen auf 15.000 Euro aufstockt. Bei „Spiel mir das Lied vom Tod“ gibt es eine Szene, als ein Kutschpferd vorbeitrabt. Das Jugendsinfonieorchester pfeift dazu fröhlich im Takt, die Schlagzeuger transportieren schwungvoll und genau das rhythmische Hufklappern des Pferdes. Das ist witzig, weil an diesem Veranstaltungsort auch in Wirklichkeit Pferdekutschen traben.

„Ich bin sehr stolz zu sehen, wie professionell wir gespielt haben“, sagt Julia Zimmermann (17), Bratschistin im Jugendsinfonieorchester. „Und ich spüre, wie sehr ich mein Orchester vermisse.“