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Mönchengladbach: Mobilfunkkoordinator soll sich um 5G-Netzausbau kümmern

Handyempfang in Mönchengladbach : Ein Koordinator für Mobilfunk-Ausbau

Ein neuer Mitarbeiter im Rathaus soll sich darum kümmern, dass Mobilfunkkonzerne das Netz in Mönchengladbach besser ausbauen. Das betrifft nicht nur immer noch bestehende Funklöcher, sondern auch den 5G-Standard.

Auch im Jahr 2022 ist Mönchengladbach noch nicht ganz frei von Funklöchern. Das sind die Bereiche in der Stadt, in denen besser Telefonzellen für den Ernstfall stehen sollten, in denen es also keinen oder nur schlechten Mobilfunkempfang gibt. Diese Lücken werden zwar immer kleiner, aber mit Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G werden auch die Defizite wieder größer. 5G (quasi der Nachfolger von 4G oder LTE) gibt es bisher nur in Teilen der Stadt. Das soll ein Mobilfunkkoordinator ändern, den die Stadt jetzt für drei Jahre einstellen soll und der sich darum kümmern soll, dass Funklöcher bald der Vergangenheit angehören. Der Rat hat dem nun einstimmig zugestimmt.

Was soll der Mobilfunkkoordinator machen?  Die Stadt selbst kann kein Mobilfunknetz aufbauen. Also braucht es eine Strategie, wie man die Netzbetreiber (das sind die Telekom, Vodafone und Telefonica/O2) dazu bewegt, das Netz dichter zu spannen. Dazu soll der Mobilfunkkoordinator eine Strategie erarbeiten und der zentrale Ansprechpartner sein. Im Grunde macht Breitbandkoordinator Benjamin Schmidt bei der Wirtschaftsförderung genau dasselbe – nur eben für den kabelgebundenen Breitbandausbau, nicht für Mobilfunk.

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Wer bezahlt das? Die Stadt kalkuliert mit 210.000 Euro für drei Jahre, die aber zu 100 Prozent vom Land gefördert werden können aus einem entsprechenden Förderprogramm.

Wie ist denn der Stand beim Netzausbau in Mönchengladbach? Vergleichsweise in Ordnung. Zu diesem Schluss kam jedenfalls 2020 das Testinstitut „Umlaut“ bei einer deutschlandweiten Untersuchung. Mönchengladbach landete da auf Platz 56 von 401 Städten und Kreisen in Deutschland. Damals versorgten sowohl Telefonica als auch die Telekom 100 Prozent der Haushalte mit Mobilfunk auf LTE-Niveau, Vodafone kam auf 99,1 Prozent. In der Fläche gibt es aber trotzdem noch Defizite: Längst nicht überall war der Empfang auch wirklich gut. Genaueren (und aktuelleren) Aufschluss gibt das Portal breitbandmessung.de der Bundesnetzagentur, für das Nutzer Daten zur Verfügung stellen und wo sich auf einer Karte die Funklöcher gut erkennen lassen. Demnach gibt es in Zellen am Volksgarten (Flurstraße etwa), an der Kaldenkirchener Straße (Höhe Schürenweg), an der Autobahn 61 in Höhe Hockstein, im Gewerbegebiet Rheindahlen, im Hardter Wald, an der Gracht in Rheydt, in Bell und Wickrathberg tatsächlich Funklöcher ohne jeglichen Mobilfunkempfang. Ganz flächendeckend ist es also nicht.

Um die Lücken zu schließen, bräuchte es wahrscheinlich nicht unbedingt einen Mobilfunkkoordinator. Aber: Netzempfang ist ja nicht gleich Netzempfang. Schaut man sich die Lücken im LTE-Netz an, dann liegen die vor allem im Rheindahlener Land, in den ländlichen Gebieten Odenkirchens, in Großheide, Uedding und Bettrath. Und der 5G-Empfang ist noch kaum verbreitet.

Wo gibt es bereits 5G-Empfang? Auch das lässt sich bei breitbandmessung.de nachvollziehen: vor allem entlang der Hauptverkehrsachsen. Und das sind Autobahnen (mit Ausnahme der A 61 in Hockstein und der A 52 zwischen Großheide und Viersen), die Bahnstrecke von Wickrath bis zum Hauptbahnhof, am Flughafen, in Hamern und entlang weiterer wichtiger Straßen wurde der Bundesnetzagentur von den Nutzern 5G-Empfang gemeldet. Es sind also die Verkehrswege, die in der Stadt auch gerne überörtlich verlaufen – und weniger die Wohnorte.

Wozu braucht man 5G-Empfang? Noch nicht einmal so sehr für heute verbreitete Anwendungen. Grundsätzlich bietet 5G höhere Datenraten, verbesserte Kapazität und ein intelligentes Netz – die Voraussetzung für die nächsten Schritte bei der Digitalisierung, etwa beim autonomen Fahren.