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Mönchengladbach: Mit Spielen den Alltag vergessen lassen

Fest für „Ausbrecher“ : Kleine und große Forscher lassen auf der Anlage des TV 1848 den Alltag hinter sich

Kinder spielen und toben, Erwachsenen grillen und klönen: So laufen viele Feste ab. Nicht so bei den „Alltagsausbrechern“. Die Organisatoren dieses Festes bieten ungewöhnliche Aktivitäten an und wollen gemeinsame Aktionen von Groß und Klein.

Etwas lernen – und das bei so gutem Wetter und kurz vor den Schulferien? Für die meisten Kinder gibt es bestimmt Schöneres. Das ehrenamtliche Team der „Alltagsausbrecher“ veranstaltete vergangenen Samstag auf dem Gelände des TV 1848 ein spannendes Familienfest, bei dem Erwachsene und Kinder noch etwas lernen und gleichzeitig Spaß haben konnten. Die Familienfeste gibt es bereits seit acht Jahren, dieses Mal stand es unter dem Motto: „Kleine Forscher“.

„Gegründet haben sich die Alltagsausbrecher 2008. Als mein Sohn noch klein war, war es fast unmöglich, den kompletten Freundeskreis zusammen zu bekommen. Immer musste irgendwer auf sein Kind aufpassen. Daher überlegten wir uns eine Lösung. Wir brauchen mehr Veranstaltungen für Eltern und Kinder“, erzählt Cheforganisator Lars Thierling. Worum es ihm noch geht: Er will mehr ungewöhnliche Aktivitäten und gemeinsame Aktionen – „alles Sachen, die man im normalen Alltagswahnsinn nicht schafft. Viele möchten beispielsweise einmal tauchen, trauen sich das alleine aber nicht. Geht man gemeinsam, ist die Barriere einfach nicht so groß.“

Die Hauptattraktionen des Fests ähnelten einer Rallye. Insgesamt dauerte es zwei Stunden, bis alle Stationen passiert waren. Für jede abgeschlossene Station bekamen die Teilnehmer einen Stempel. Der sechsjährige Justus sammelte sie fleißig. „Am besten hat mir die Müllstation gefallen“, sagt er. Bei dieser Station musste man Fragen rund um das Thema beantworten. Gleichzeitig erfuhr man viel über Müllvermeidung, Mülltrennung und Recycling. Bei der Rallye konnten die Kinder noch andere Dinge erforschen, zum Beispiel wie Blumen beim Fotografieren ganz nah herangezoomt aussehen, wie Forscherspiele vor 50 Jahren funktionierten oder wie man selbst Limonade herstellt.

Da das Fest für Groß und Klein gedacht war, durfte eine Attraktion für die Älteren nicht fehlen. Diese befasste sich mit Selbstreflexion und wurde von Christian Wetzel organisiert. In dem Schnelltest konnten die Teilnehmer prüfen, wie man sich selbst im Gegensatz zu anderen wahrnimmt. Bei den meisten teilnehmenden Familien kam dabei heraus, dass sie sich selbst viel zu stark kritisieren. Das war auch Wetzels Ziel: „Meist bemerken andere Menschen diese Makel gar nicht. Oder es stört sie nicht weiter.“

Auf einen Höhepunkt freute sich Julius sehr: „Gleich schaue ich mir den Rettungswagen an!“ Auch die Arbeit des Rettungsdiensts wurde den Kindern näher gebracht.