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Mönchengladbach: Mit dem Rad zu Zeugnissen der Textilgeschichte

Neue Tour durch Mönchengladbach : Mit dem Rad zu Zeugnissen der Textilgeschichte

Das Team vom Museum Schloss Rheydt entwickelte eine Textilroute als Radpartie. Die Strecke führt zu Industriearealen, Arbeitersiedlungen, Parks und mehr. Navigation und Information gibt es per Faltplan und digital.

Rheydt Das Ensemble aus ehemaliger Schlossmühle und heutigem Museum ist unter Punkt 1 als Ausgangspunkt der Textilroute markiert. Schließlich schildert die stadtgeschichtliche Sammlung an diesem Ort Mönchengladbachs Bedeutung als Textilstadt, einst als „rheinisches Manchester“ bekannt. Auf der topographischen Karte wird die Eins zum Knotenpunkt zweier farblich unterschiedener Routenverläufe mit einer Länge von jeweils rund 20 Kilometern entlang an 27 Standorten, die heimische Textilgeschichte erfahrbar machen. Mit ein wenig Sportsgeist sind beide Routen mit dem Fahrrad an einem Tag zu schaffen. „Die Idee war, Mönchengladbachs überreiche Textilgeschichte zu zeigen, wo sie noch zu sehen ist oder nicht erwartet wurde. Wo heute der Bresgespark ist, stand früher eine Fabrik“, erklärt Karlheinz Wiegmann das Vorhaben. Es mache einen besonderen Reiz aus, nicht aus der Stadt hinausführende, sondern innerstädtische Routen aufzuzeigen. Mit dem Beitrag liege die Stadt beim Rad „charmant“ vorne, so der Museumsdirektor.

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Der Fachbereich Stadtentwicklung gab Hilfestellung beim Finden der rechtlich verkehrssicheren Wege. Oberbürgermeister Felix Heinrichs lobte den innovativen Beitrag, der als verbindendes Element in der Gesamtstadt zur Mobilitätswende passe und den Schwung ins Digitale geschafft habe.  „Mönchengladbach ist als Textilstadt bekannt, aber nicht die partielle Geschichte, die sich mit ihren sozialen Fragen durch Chronik und Raum zieht.  Es ist klar, dass das Museum an der Route liegt, weil hier Geschichte erlebbar gezeigt wird“, so Heinrichs. Beigeordneter Gert Fischer wagte den Blick in die Zukunft und sah eine Anbindung an das noch wachsende Projekt der Industrieroute durch das Rheinland. „Wenn die Industrieroute ins Netz gestellt wird, hat Mönchengladbach schon vorgearbeitet“, merkte Fischer an.

Federführend beteiligt an der Umsetzung einer Textilgeschichte vom Fahrradsattel aus war Nina Schulze vom Museum Schloss Rheydt. „Als Neu-Mönchengladbacherin habe ich die Stadt so erkundet und fand ein großes Abenteuer mit Glanz und auch dunklen Seiten“, so Schulze. Informationen und Navigation bieten ein kostenloser, klassischer Faltplan sowie die Web-App www.textilroute.de. Zudem ist die Route innerhalb der Fahrradwegweisung über ihr Logo gekennzeichnet. Als optimal empfiehlt Schulze die Verbindung des klassischen Faltplans mit der digitalen Web-App. Der Faltplan verschafft den Überblick über die topografische Situation, während die Web-App angereichert ist mit dem Fotoschatz aus dem Stadtarchiv. Nutzer können visuell in die Geschichte eintauchen und die alten Aufnahmen mit dem aktuellen Bild abgleichen. Wiegmann betont, dass mit 27 Standorten eine Auswahl getroffen wurde. Zudem könnte die Route über das ausgewählte Flächenquadrat hinaus bis nach Wickrath zum Beispiel gezogen werden. „Hätten wir alles aufgenommen, wäre es zu viel und unübersichtlich geworden. Doch wir sind breit aufgestellt und führen auch zu Orten, an denen man ihre Geschichte heute nicht mehr erkennt“, so Wiegmann. Er kann sich eine Fortsetzung der Route vorstellen. Es sei ein Glück, die Erkundungstour per Rad in der Corona-Zeit als Einladung für Bewegung an der frischen Luft anbieten zu können, so Wiegmann. Vermutlich ab Juli wird das Stadtmarketing ergänzend personell geführte Touren entlang der Route anbieten.