Mönchengladbach: Minister Lutz Lienenkämper spricht im Hörsaal über Geld

20 Jahre Forum Banking & Finance: Finanzminister im Hörsaal

Lutz Lienenkämper spricht bei Jubiläum des Forums in der Hochschule vor Studenten, Professoren und Gästen über Finanzpolitik.

Bei der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach denkt man sofort an Studiengänge wie Textiltechnik oder Ernährungswissenschaft. Doch dort geht es auch um Geld. Banking and Finance heißt ein neuer dualer Studiengang im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. „Wir wollen eine Hochschule für die Region sein und das duale Studium nach vorne treiben“, sagt Hochschul-Präsident Prof. Hans-Hennig von Grünberg. Seit zwei Jahrzehnten besteht schon ein Forum namens „Banking & Finance“. Initiiert hat es 1998 Prof. Bernd R. Müller. Er kann auf viele spannende Veranstaltungen in der Reihe zurückblicken: Mal ging es um die Finanzierung von Hollywood-Produktionen, mal von Flugflotten, Klimawandel, Blockchain, zweimal stand Borussia Mönchengladbach und einmal Eintracht Frankfurt – Müllers favorisierter Verein – auf dem Programm.

Zum Jubiläum hat er einen Mann eingeladen, in dessen Fachbereich sich alles ums Geld dreht: NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper. Auch im Publikum saß Prominenz: In der zweiten Reihe des Audimax’ hatte Sandra Navidi Platz genommen. Sie ist eine in New York lebende Investment-Expertin, leidenschaftliche Trump-Kritikerin (für n-tv hat sie vor den Midterms die Doku-Reihe „Wie tickt Amerika“ gemacht) und stammt aus Mönchengladbach. „Sie wird nächstes Jahr bei unserem Forum sein“, kündigt Müller den Gästen und Studenten an.

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Doch an diesem Abend gehört das Forum dem Finanzminister, der mit halbstündiger Verspätung kommt, sich dann am Rednerpult aber furchtlos dem angekündigten „intellektuellen Gemetzel“ stellt. Gemeint ist die Fragerunde mit den Studenten, die schließlich milder ausfällt als gedacht. In seiner Rede liefert Lienenkämper viele Zahlen, betont die Stärke der Finanzwirtschaft in NRW (200.000 Arbeitsplätze), der klein- und mittelständischen Unternehmen (99,5 Prozent aller Unternehmen). Sie seien die „Herzkammer des Landes“, müssten durch den von der schwarz-gelben Landesregierung geplanten Bürokratieabbau entlastet werden. Der Minister spricht sich für eine „krisenfeste Wirtschafts- und Währungsunion“ in der EU aus und für digitale Bildung. Er verrät, dass seine über 80-jährige Mutter WhatsApp nutzt, und ist „gespannt“, ob der Brexit-Beauftragte des Landes, Friedrich Merz, nach dem 6. Dezember für diese Aufgabe noch zur Verfügung steht. Merz kandidiert für den Vorsitz der Bundes-CDU.

In der Fragerunde nutzt Hochschul-Chef von Grünberg die Chance. Die Hochschule möchte mit der Stadt das alte Polizeipräsidium entwickeln. Das Areal liegt aber im Besitz des Landes und in der Verantwortung Lienenkämpers. Warum, fragt der Präsident, sei es so kompliziert, an das Grundstück zu kommen, wenn doch alle Seiten der öffentlichen Hand angehörten. „Es ist komplex“, sagt Lienenkämper. Deshalb werde das Gesetz geändert. In diesem Fall womöglich zu spät.

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