Mönchengladbach: Mehrheit für Rheydter Rathaus-Pläne 

Aus dem Stadtrat : Mehrheit für Rheydter Rathaus-Pläne

CDU und SPD stimmen für Entwurf der SOP-Architekten, Grüne fordern Bürgerentscheid.

Am Rheydter Marktplatz soll nach einem Entwurf des Architekturbüros SOP ein neues Rathaus gebaut werden – sofern sich dies nach der finalen Kalkulation als wirtschaftlich darstellt, die Bezirksregierung also grünes Licht gibt und die Architekten ihre Pläne überarbeiten. Dem hat der Stadtrat mit breiter Mehrheit gegen Grüne und FDP zugestimmt. Die Linke hatte sich enthalten. Die Grünen konnten sich mit ihrem Antrag, einen Ratsbürgerentscheid einzuleiten und damit die Bürger über das 160 Millionen Euro teure Großprojekt entscheiden zu lassen, nicht durchsetzen.

Vor der Abstimmung hatten sich Vertreter der Groko aus CDU und SPD sowie der Opposition aus Grünen, FDP und Linker eine teils heftige Diskussion geliefert: Die Opposition kritisierte, dass von der Limiten- bis zur Harmoniestraße ein durchgehende Riegel aus Glas vorgesehen ist. Dies trenne die Innenstadt, betonten Nicole Finger (FDP) und Boris Wolkowski (Grüne). Finger zweifelte den zeitlichen Ablauf und die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens an. „Das ist eine Haushaltssicherungsmaßnahme“, betonte CDU-Fraktionschef Hans Peter Schlegelmilch. Sein Kollege von der SPD, Felix Heinrichs, ergänzte, dass es darum gehe, ob 160 Millionen Euro für einen Neubau oder 190 Millionen Euro für die notwendige Sanierung der Gebäude ausgegeben werde, in denen die Stadtverwaltung jetzt untergebracht sei.

Dass die teils in schlechtem Zustand sind, machte Planungsdezernent Gregor Bonin deutlich: Es gehe nicht nur um energetische Sanierung, auch um Brandschutz und Gesundheitsgefahr. „Ich werde die Verantwortung dafür nicht übernehmen!“ Finger forderte dennoch eine wirtschaftliche Einzelbetrachtung der Standorte. Linken-Fraktionschef Torben Schultz sieht zwar die Notwendigkeit von besseren Arbeitsbedingungen für die städtischen Bediensteten, lehnt aber den SOP-Entwurf ab, deshalb enthielt sich seine Fraktion.

Die Grünen bevorzugten den von der Jury drittplatzierten Entwurf, der eine Agora, also einen Platz im Zentrum des Neubaus vorsieht. Dies führe auch jenseits der Behördenzeiten zu einer Belebung, so das Argument. „Die Agora wäre abends geschlossen“, korrigierte Bonin. Nachgearbeitet werden soll aber: Die im Entwurf gekappten Wegebeziehungen zwischen Stresemann- und Marktstraße sowie die Wirtschaftlichkeit gehörten dazu.